24/05/2018: Gemeinsam für Werte stehen – Arbeitsgruppentreffen voller Erfolg

Viele Verbraucher wissen leider nicht, welche Kriterien sich hinter einzelnen Siegeln verbergen. Und tatsächlich steckt, wie so oft, der Teufel im Detail: Nicht alles, was sich nach „öko“ anhört, entspricht den Erwartungen der bewussten Konsumenten. Das gilt sowohl für grüne Produkte als auch für grüne Siegel auf den Produkten. Insbesondere bei den Siegeln muss man genau hinsehen, welche Kriterien im Standard hinterlegt sind (Standard = Text in dem das Siegel definiert ist bzw. was erfüllt werden muss, damit das Siegel vergeben wird).

Die Ausgestaltung der Standards obliegt dem Standardgeber. Damit unsere Standards den Erwartungen der Verbraucher entsprechen und gleichzeitig durch die Unternehmen erfüllbar sind, treffen wir uns jährlich zu Arbeitsgruppentreffen.

Am 17. Und 18. April kamen wir erneut zusammen um Fragen rund um unsere Standards zu klären. Und wieder hat sich bestätigt, dass wir alle gemeinsam auf dem höchsten Niveau sind und bleiben werden.

Bei den Produktzertifizierungen NCP und NCS war im Rahmen der Arbeitsgruppe „ökologische Rohstoffe“ die Gentechnik mal wieder ein heißdiskutiertes Thema. Natürlich sind wir alle gegen Gentechnik und diese ist in all unseren Standards ausgeschlossen. Problematisch ist jedoch – und das gilt für alle Standards und Produkte –, dass Gentechnik sich gut verstecken kann. Zum Beispiel ist im Produkt tatsächlich keine Gentechnik enthalten. Jedoch werden beispielsweise gentechnisch veränderte Organismen eingesetzt, die bestimmte Enzyme produzieren. Diese Enzyme wiederum werden zur Herstellung des gewünschten Stoffes verwendet, den ein Verbraucher z.B. zum Reinigen seines Spiegels verwendet. Das ist Gentechnik, auch wenn das Endprodukt keine gentechnisch veränderten Stoffe beinhaltet.

Die Hersteller von Naturprodukten können nicht jede einzelne Zutat selbst herstellen. Sie müssen auf  einen Lieferanten zugreifen, die für den Hersteller eine sogenannte „GVO Unbedenklichkeitsbescheinigung“ ausfüllt. Doch wie weitreichend und glaubwürdig kann diese Bescheinigung sein? Wir als Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik finden es bedenklich, dass es hierzu keine gesetzliche Regelung für eine Kennzeichnungspflicht gibt. Nicht nur wir, sondern alle Standardgeber und verantwortungsvolle Unternehmen sehen uns mit dieser Problematik konfrontiert. Es darf nicht sein, dass  Gentechnik heimlich durch dieses Schlupfloch Verbreitung findet. Fast dreiviertel aller Verbraucher stehen Gentechnik skeptisch gegenüber und in der Arbeitsgruppe waren alle einstimmig gegen GVO. Da die Thematik sehr komplex und weitreichend ist, wurde beschlossen in einem Workshop mit Experten weiter über eine für uns gangbare Lösung nachzudenken. Falls Sie  Lösungsvorschläge und Ideen zu diesem Thema haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht.

Bei der Arbeitsgruppe „lebendige Nachhaltigkeit“ gab es ebenfalls erneut viel Zustimmung für die hohe Messlatte, die der CSE-Standard setzt. Wir haben wieder unter Anderem darüber gesprochen, ob das Fundament der ISO 14001:2015 Norm auch für kleine Unternehmen sinnvoll ist. Mit den Erfahrung bereits zertifizierter Unternehmen und der Expertise von Niels Christiansen von sus­tai­ne­ra­tion wurde wieder deutlich: Ja! Denn die ISO 14001:2015 ist auch für kleinste Unternehmen auf eine einfache Dokumentation runter zu brechen und macht weniger Aufwand als ein erster Blick vermuten lässt. Für größere Unternehmen birgt die ISO 14001:2015 enormes Verbesserungspotential der Stoffströme und sollte als Investition verstanden werden. Letztendlich muss ein echter Nachhaltigkeitsstandard, wie der CSE, auf der Dokumentation von Umweltmaßnahmen beruhen. Wir planen an dieser Stelle eine enorme Erleichterung für alle die die ISO 14001:2015 spielend einfach dokumentieren möchten. Dazu bald mehr.

Die beiden Arbeitsgruppentreffen haben wieder gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Mit Unternehmen die vorangehen und hohe ethische Werte vertreten können wir Standards definieren und Produkte kennzeichnen, die für alle Menschen und das Ökosystem gut sind. Wir, die GfaW, als Unternehmen bemühen uns natürlich auch immer die nachhaltigste Entscheidung zu treffen. Wir verstehen uns selbst als Akteur, der dem Allgemeinwohl dient. Aus diesem Grund sehen wir die Überführung der Standards in eine Gesellschaftsform, wie eine Stiftung, als wegweisend an. Die genauen Details werden wir in nächster Zeit klären.

Wir bedanken uns herzlich für die zahlreichen Teilnehmer die von weither angereist sind um mit uns Weichen zu stellen. Der Pioniergeist ist deutlich spürbar!

Mehr Hintergründe zu unseren Arbeitsgruppentreffen finden Sie ebenfalls in einem anderen Blogbeitrag.

Wenn Sie an der Mitarbeit in den Arbeitsgruppentreffen interessiert sind, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail.

Frau Meyer (Sodasan), Herr Haggeney (RMP-Landschaftsarchitekten), Herr Christiansen (sustaineration), Frau v. Lilienfeld-Toal (GfaW)

 

 

 

 

 

 

Herr Pfeil (Poliboy), Herr Friedl (bena), Herr Diedrich (CMD)

Herr Röhrle (natürlich ullrich), Herr Heid (Sonett), Frau Oberdorfer (Sonett)

Frau Lübberstedt (kaneo), Herr Heid (Sonett), Frau Oberdorfer (Sonett), Herr Willenbrock (Snoek)

Herr Rengshausen-Fischbach (Tapir), Frau Meyer (Sodasan), Herr Haggeney (RMP-Landschaftsarchitekten), Herr Christiansen (sustaineration)

Frau Meyer (Sodasan), Herr Haggeney (RMP-Landschaftarchitekten), Herr Christiansen (sustaineration), Frau Lübberstedt (kaneo)

Frau Oberdorfer (Sonett), Frau v. Lilienfeld-Toal (GfaW), Herr Heid (Sonett)

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