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15/06/2018: PRESSEMELDUNG Aktualisierung der Standards aus dem Hause GfaW – Ethik und Unternehmenspraxis vereint

Bio-Qualitäten, GVO und weitere Kriterien wurden auf ein anspruchsvolleres Niveau gehoben.

 

Die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik (GfaW) ist Standardgeber für zwei ökologische Produktstandards und den Nachhaltigkeitsstandard für Unternehmen: CSE. Die Standards werden jährlich einer Revision unterzogen um mit den aktuellsten Anforderungen abgestimmt zu werden. Jeweils an einem Tag kommt dazu die jeweilige Arbeitsgruppe “ökologische Rohstoffe” und die Arbeitsgruppe “lebendige Nachhaltigkeit” zusammen.

 

Die Arbeitsgruppe “ökologische Rohstoffe” widmete sich der Aktualisierung des NCS (Natural-Cosmetics-Standard) und des NCP (Nature-Care-Product-Standard), beides ökologische Produktzertifizierungen aus dem Hause GfaW.

Eine grundlegend neue Anforderung beider Produktstandards ist die obligatorische Beschaffung zertifiziert ökologischer Qualität für die Naturstoffe Sonnenblumen, Oliven, Soja, Sheabutter, Kokos und Jojoba. Grund für diese Entscheidung ist, dass diese Stoffe i.d.R. in Bioqualität einfach verfügbar sind. Darüber hinaus soll die neue Anforderung gewährleisten, dass die Standards sich den Gegebenheiten des Marktes anpassen um möglichst hohen ökologischen Ansprüchen zu genügen.

Für NCP, den Standard für ökologische Alltagsgegenstände, wurde bestätigt, dass weiterhin alle Stoffe petrochemischen Ursprungs ausgeschlossen werden. Als Ausnahme wurde TAED in Bleichmitteln und Spülmaschinen-Tabs bis zu einem maximalen Anteil von 3,5% zugelassen. TAED wird als biologisch abbaubar eingestuft und ermöglicht zudem eine Wirksamkeit bei niedrigeren Temperaturen, weshalb die GfaW sich für diese Ausnahme zugunsten der Ökologie entschieden hat.

In Bezug auf GMO wurde erneut deutlich, dass der Gesetzgeber mehr Fokus auf die Nachweispflichten der Produzenten von chemischen Ausgangsstoffen legen sollte. Beide Produktstandards richten sich weiterhin an den Anforderungen der EG-Öko-Verordnung aus. Dies gilt auch für Stoffe, die nicht unter die EG-Öko-Verordnung fallen, z.B. non-food Produkte oder nicht ökologisch zertifiziertes Ausgangsmaterial. Obwohl Standardgeber und Standardnutzer sich einheitlich und gegen GVO aussprechen, wurde leider wieder deutlich, dass GVO sich unter Umständen nicht vermeiden lässt, wenn Chemieproduzenten ihren GVO-Freiheitserklärungen nicht nachvollziehbar und verantwortungsvoll nachkommen. Hier bittet die GfaW alle Unternehmen, die sich eventuell an einer Arbeitsgruppe mit Fokus GVO beteiligen möchten um Kontaktaufnahme. Ziel ist es, klare Regelungen und Pflichten zu schaffen, damit GVO nachweislich und restlos aus Produkten wenn nicht ausgeschlossen, so doch zumindest kenntlich gemacht werden kann.

Die aktuellen Standards sind auf der Website der GfaW öffentlich einsehbar: https://gfaw.eu/download-bereich/.

 

Die Arbeitsgruppe „lebendige Nachhaltigkeit“ widmete sich der Aktualisierung des CSE-Standards.

Die Unternehmenszertifizierung für Nachhaltigkeit baut auf Produktzertifizierungen auf. Hier wurden die Standards der IFOAM-Familie als Produktstandards für Lebensmittel neu zugelassen. Des Weiteren wurde Rapunzel Hand-in-Hand als Nachweis für eine faire Beschaffung in den CSE-Standard aufgenommen. Auch die PEFC-Zertifizierung ist nun im CSE-Standard als Nachweis für umweltfreundliche Verpackung zugelassen.

Es wurde erneut ersichtlich, dass das Vorhaben CSE als anspruchsvollsten Nachhaltigkeitsstandard auszubauen, den Wünschen der Pionierunternehmen und Verbrauchers gerecht wird. Das Fundament, die ISO 14001:2015, auf dem das Qualitätssiegel CSE aufbaut, bleibt unangetastet. Die Methodik und Transparenz von CSE erfreut sich immer größerer Beliebtheit bei Unternehmen und Konsumenten. In Kürze werden neue Unternehmen ihre CSE-Zertifizierung abschließen. Weitere Informationen zu CSE auf https://gfaw.eu/cse/.

 

Die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik ist Ansprechpartner für nachhaltige Unternehmen. Die Standardgeberin bietet seit mehr als 6 Jahren CSE als Prüfsiegel für Nachhaltigkeit an und trägt mit seinen ökologischen Produktzertifizierungen zur Ausweitung ökologischer Produktvielfalt bei. Wenn Sie Interesse an der Mitarbeit in den Arbeitsgruppen haben, schreiben Sie eine E-Mail an info@gfaw.eu.

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