Nachhaltigkeit auf dem Branchenkongress

04/09/2019: 12. Naturkosmetik Branchenkongress am 24. und 25. September 2019 in Berlin

Wer Naturkosmetik sagt, muss zukünftig auch nachhaltige Werte zeigen

„Authentisch und innovativ in die Zukunft“
12. Naturkosmetik Branchenkongress am 24. und 25. September 2019 in Berlin

Aus Kundenwünschen werden Kundenerwartungen. Der diesjährige Kongress betrachtet mitunter den Wertewandel bei den Konsumenten der Naturkosmetikbranche.
Verbraucher sehnen sich längst nicht nur nach natürlichen Pflegeprodukten, sondern auch nach Lösungen für wirklich drängende Probleme wie Plastikmüll, Kinderarbeit und Biodiversitätsverlust.
Was für Implikationen leiten sich daraus für die Unternehmen ab? Wer macht es schon besonders gut? Und wo ist die Grenze zwischen kleinen Indie-Brands, traditionellen Naturkosmetikunternehmen und den Global Playern? Diesen und vielen weiteren spannenden Fragen wird sich der Branchenkongress widmen.

Als Kongresspartner wird die GfaW den Branchenkongress aufmerksam begleiten und die Nachhaltigkeitszertifizierung CSE und die Naturkosmetikzertifizierung NCS vorstellen. Gerne fassen wir das Wichtigste im Anschluss für Sie zusammen.

CSE Nachhaltigkeitssiegel zum Verlieben WP

19/07/2019: CSE, das Siegel zum Verlieben beim Grüne Helden Award

Die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik will die Kommunikation von Nachhaltigkeit revolutionieren. Das geht nicht von heute auf morgen, aber dafür haben wir den CSE entwickelt: Eine Kombination aus Gütesiegel und Zertifizierung und ein Siegel zum Verlieben. Damit können Verbraucher*innen erkennen, dass sie ein nachhaltiges Produkt von einem ethisch wirtschaftenden Unternehmen kaufen.

Ein Nachhaltigkeitsstandard ist kompliziert und Siegel gibt es schon so viele. Aber eben kein Nachhaltigkeitssiegel und erst recht keines, das eine so hohe Messlatte an die Unternehmen setzt.

Und so haben wir uns auch in diesem Jahr beim Grüne Helden Award mit unserem CSE beworben. Der Förderpreis zeichnet öko-soziale Unternehmungen aus, die Geschäftsmodelle betreiben, welche unsere Gesellschaft und Umwelt positiv beeinflussen.

Wir sind selbst nach CSE zertifiziert (eine CSE-Zertifizierung bedeutet auch tatsächlich, dass das Unternehmen von einer dritten Instanz vorbehaltlos geprüft wird, also eine echte Zertifizierung). Somit ist eine Prüfung unseres Geschäftsmodells schon mal überflüssig, denn nur Unternehmen, die sich der Nachhaltigkeit konsequent verpflichten, erhalten das CSE-Prädikat.

Drücken Sie uns die Daumen!

CSE 6.0. Nachhaltige Unternehmen

02/07/2019: Aktualisierter CSE-Standard ist online

Version CSE 6.0 ab sofort im Downloadbereich verfügbar

Jährlich wird der CSE-Standard in der Arbeitsgruppe „Lebendige Nachhaltigkeit“ einer Revision unterzogen. Abhängig von den Neuerungen auf dem Markt und Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit, ergeben sich Änderungen, die im Standard festgehalten werden.

Ab sofort finden Sie sowohl den CSE 6.0 als auch eine Fassung mit markierten Änderungen im Downloadbereich.

Der Standard ist zudem auf Englisch und Französisch erhältlich.

 

27/06/2019: PRESSEMELDUNG Nachhaltigkeit braucht lokales Denken und Handeln – Videomitschnitte aus Symposium liefern wertvollen Beitrag zum Diskurs

Ohne lokales Denken und Handeln bleibt Nachhaltigkeit oft Theorie. Regionen, Gemeinden, Verbraucherinnen und Verbraucher sind wichtige Akteure im Streben um die Erhaltung der Lebensgrundlagen. Diese Essenz des ersten Nachhaltigkeitssymposiums im März in Gelnhausen wird nun sichtbar: Videomitschnitte der Experten-Statements um die Frage „Wie erkenne ich nachhaltige Produkte und Unternehmen?“ sind seit wenigen Tagen online.

Die Zusammenhänge zwischen Nachhaltigkeit und körperlichem Wohlbefinden beleuchtet als Internist aus medizinischer Sicht Professor Dr. Hermann von Lilienfeld-Toal in seiner Einführung. Landrat Thorsten Stolz und Bürgermeister Daniel Christian Glöckner erklären, warum Nachhaltigkeit in Stadt und Region schon immer eine zentrale Rolle gespielt hat und welche neuen Herausforderungen auf Kreise und Kommunen warten.

Wie „Nachhaltigkeit unser Leben beeinflusst“ beschreibt als Präsidentin des Ecoropa-Netzwerkes Christine von Weizsäcker mit einem Blick auf die Ursachen von Armut und Umweltzerstörung. Sie zeigt auf, welche wichtige Bedeutung Kleinbauern weltweit für die regionale Versorgung haben, wie die „Sustainable Development Goals“ mit Themen wie Armut und Hunger zusammenhängen und warum Nachhaltigkeit nicht „von oben herab“ umgesetzt werden kann, sondern mehr Selbstbewusstsein und eigene Strategien erfordert.

„Wahre Preise für faire Märkte“ ist das Postulat von Dr. Katharina Reuter, das sie vor allem an die Politik richtet. Durch gezielte Besteuerung, Verbote und Gesetze ließen sich sehr wirksame Weichen stellen, um Preisverzerrungen zu vermeiden. Die Geschäftsführerin des Vereins UnternehmensGrün nennt Initiativen und Lösungsansätze, die eine neue Sichtweise auf die Ökonomie erfordern.

Den „Sinn und Unsinn von Siegeln“ differenziert Sophie von Lilienfeld-Toal als Geschäftsführerin der auf Nachhaltigkeits-Standards spezialisierten Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik (GfaW). Sie weiß um die wichtige Rolle von Siegeln in der Produzenten-Verbraucher-Beziehung und zeigt auf, welche Möglichkeiten, aber auch welche Grenzen Qualitäts-Zertifikate haben und wie die gängigsten Label im Kontext von Nachhaltigkeit einzuordnen sind. Was eine Zertifizierung ist und wie bzw. wo Verbraucherinnen und Verbraucher sich über die vielen Siegel informieren können, geht ebenfalls aus dem Beitrag hervor.

Zum vieldiskutierten Thema „Ernährung und Verpackung“ trägt Thomas Köbberling bei. Neben Ansätzen zur Abfallvermeidung zeigt der Hochschullehrer anhand zweier aktueller Initiativen, wie sich Bürgerinnen und Bürger an einer Wende zur Nachhaltigkeit beteiligen können: Sogenannte Ernährungsräte oder die Bürger- bzw. Regionalwert AG unterstützen gezielt Landwirte und andere Wirtschaftszweige im Nahbereich.

Die Mitschnitte sind aktuell auf YouTube oder der Website der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik zu finden. UnternehmensGrün und GfaW als Veranstaltende denken derweil motiviert über eine Weiterführung des Symposiums nach.

 

 

NCP einfach erklärt - Video

17/06/2019: Der NCP-Standard einfach erklärt

Die Standards aus dem Hause GfaW haben zum Ziel eine nachhaltigere Wirtschaft zu etablieren, indem sie Verbrauchern klare Signale am PoS geben. Auf YouTube reiht sich ein neues Video zum NCP-Standard ein. Verbraucher sehen in dem zweiminütigem Video die wichtigsten Fakten zum Standard für geprüfte Naturartikel. Ausführliche Informationen können Verbraucher und Lizenznehmer auf unseren NCP-Seiten nachlesen: NCP – Produktzertifizierung für Naturartikel.

Viel Freude beim Ansehen.

Wir freuen uns über ein Abo unseres Kanals.

Nachhaltigkeits-Symposium Gelnhausen

06/06/19: „Nachhaltigkeit erkennen – aber wie?“: Mitschnitte des Symposiums nun online

Das erste Nachhaltigkeitssymposium in Gelnhausen war ein voller Erfolg. Mit vier Fachreferenten aus verschiedenen Bereichen gelang es den Veranstaltern UnternehmensGrün und GfaW ein umfassendes Bild zum Thema Nachhaltigkeit aufzuzeigen und einem breiten Publikum vorzustellen. Die wertvollen Beiträge sind ab sofort auf unserem YouTube-Channel abrufbar.

Die Aktivistin und Ecoropa Präsidentin Christine v. Weizsäcker startet mit ihrem Vortrag: Nachhaltigkeit beeinflusst unser Leben. Anschließend referiert Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin von UnternehmensGrün, zum Thema Wahre Preise für faire Märkte. Sophie von Lilienfeld-Toal, Geschäftsführerin der GfaW, widmet sich dem Thema Sinn und Unsinn von Siegeln – wie blick ich da noch durch? Die Vortragsrunde wird von Prof. Thomas Köbberling mit dem Vortrag Ernährung und Verpackung: Die Wende beginnt vor Ort? abgeschlossen.

GfaW auf Youtube

16/05/2019: GfaW informiert über neuen YouTube-Kanal

Mit Hilfe von Interviews und Kurzvideos präsentiert die GfaW ihre Standards, liefert wertvolle Einblicke in Zertifizierungsprozesse und zeigt interessante Menschen und Unternehmen.

Relevante Informationen kurz und prägnant darstellen ist in unserer schnelllebigen Zeit äußerst wichtig. Das Anliegen der GfaW ist es, mit Produktzertifizierungen und dem Standard für nachhaltige Unternehmen, eine authentische Wirtschaft zu fördern. Dafür sind Videos eine praktische, erste Informationsquelle.

Die GfaW führt ab sofort einen eigenen YouTube Channel.

Den Anfang macht unser Video zur NCS-Zertifizierung.
https://www.youtube.com/watch?v=U1zXu01mSc8

In Interview berichtet Frau von Lilienfeld-Toal über den Ablauf und die Anforderungen einer Produktzertifizierung nach NCP und NCS:
https://www.youtube.com/watch?v=Lg4BT-cIKfo&feature=youtu.be

Im dritten Video stellen wir Niels Christiansen und seine Arbeit im Rahmen seines Unternehmens sustaineration vor:
https://www.youtube.com/watch?v=Os3lN_J-I5o

BÜFA zertifiziert seine Produkte nach NCP Standard

08/05/2019: PRESSEMELDUNG „Solverde“ als Naturprodukt zertifiziert

BÜFA erhält als erster Rohstoff-Hersteller das NCP-Logo für seine Marke

Als erster Rohstoff-Hersteller ist das mittelständische Unternehmen BÜFA jetzt mit seiner Marke „solverde“ nach dem Naturprodukt-Standard NCP der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik (GfaW) geprüft und zertifiziert worden. Damit setzt der Betrieb aus Oldenburg ein klares Zeichen für seine nachhaltige Geschäftsphilosophie: Chemische Stoffe zur Weiterverarbeitung sollen verstärkt durch nachhaltige Varianten ausgetauscht werden. „solverde“ steht als Marke für diese nachhaltigen Alternativen.

Mit der Zertifizierung NCP (Nature Care Product) greift BÜFA auf das bewährte Label der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik für Non-Food-Produkte zu, das natürliche Inhaltstoffe, den Verzicht auf Petrochemie und Tierversuche sowie weitere elementare ökologische Kriterien garantiert. Auch für die GfaW als Standardgeberin stellt die erfolgreiche Prüfung einen Meilenstein dar.

„Zertifizierte ökologische Rohstoffe vereinfachen die Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit natürlicher Alternativen für Endverbraucher. Eine NCP-Zertifizierung gilt daher nicht nur in der direkten Geschäftsbeziehung zum Konsumenten, sondern in allen Handelsbereichen der Wertschöpfungskette als in diesem Sinne wichtige Qualitätskennzeichnung. Deshalb sind wir sehr glücklich, dass BÜFA den Anfang gemacht hat,“ so Geschäftsführerin Sophie von Lilienfeld-Toal.

Zusätzlicher Vorteil für BÜFA Kunden: Sind die eingekauften Stoffe bereits zertifiziert, wird auch die Zertifizierung der Endprodukte einfacher. Dass BÜFA seine Kunden in der Verarbeitung der nachhaltigeren Alternativen schult, um den Einsatz natürlicher Ressourcen zu vereinfachen, macht „solverde“ zum Komplettpaket für moderne, umweltorientierte Weiterverarbeiter.

Hinter dem Vorhang: Großes Potential in der verarbeitenden Industrie

Besonders erfreut über die Marken-Zertifizierung ist Kunde SODASAN, selbst NCP-Nutzer und Produzent von ökologischen Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Kooperationspartner von BÜFA. SODASAN vereint 36 Jahre Entwicklungs-Erfahrung und unterstützt BÜFA neben eigenen Bemühungen um die Zielgruppe der Endverbraucher insbesondere in der Herstellung von Reinigungsmitteln für die Industrie. Gerade in der Lebensmittel- und Kosmetikherstellung müssen Fertigungsanlagen häufig desinfiziert und professionell gereinigt werden. Zu der noch häufig verwendeten „Chemiekeule“ gibt es schon heute effektive ökologische Alternativen – und reichlich Potenzial.

Bereits im kommenden Jahr will BÜFA die Hälfte seines Sortiments auf nachhaltig produzierte Erzeugnisse umgestellt haben. Durch entsprechende Forschung, Entwicklung und die Zusammenarbeit mit weiteren Produzenten leistet das Unternehmen so einen deutlichen Beitrag zur Verbreitung natürlicher Rohstoff-Alternativen.

Tapir CSE und NCP

30/04/19: Die GfaW im Gespräch mit der Tapir Wachswaren GmbH

Die Tapir Wachswaren GmbH befindet sich momentan auf dem Weg, ihre konsequent nachhaltige Unternehmensführung durch den CSE-Standard zu prüfen und zu kommunizieren. Vor Kurzem hat das Unternehmen all seine Produkte nach dem NCP-Produktstandard aus dem Hause GfaW zertifizieren lassen.
Im Interview mit dem Geschäftsführer Bodo Rengshausen-Fischbach fragen wir genau nach, welche Grundsätze Tapir wichtig sind und womit sich das Unternehmen gegenwärtig befasst.

Das Interview fand am 20. März telefonisch statt und wurde gekürzt.

Was treibt Tapir als Unternehmen an, was ist Ihnen wichtig und warum haben Sie sich in dieser ökologischen Nische entwickelt?

Wir wollen, alleine und völlig unabhängig, eigene ökologische Pflegemittel entwickeln, herstellen und vertreiben. Von der Idee, über die Rezeptur und eigenen Qualitätsvorstellungen, möchten wir Alles in den eigenen Händen halten. Und bis jetzt haben wir das auch so gemacht.
Uns spornt der Gedanke an, dass Keiner das macht, was wir machen. Nicht, dass wir unbedingt einen Trend setzen wollen. Vielmehr haben wir uns selbst bestimmte Vorgaben gesetzt – und das unabhängig von irgendeiner Zertifizierung. Wir haben all dies auch niemals als Greenwashing betrieben, nur um bei dem ökologischen Trend mitzumachen. Unsere eigenen Bedingungen setzen, das war immer schon unser größter Ansporn.

Welche Beziehung besteht hier zum unternehmerischen Wachstum?

Wir wachsen in den letzten Jahren auch, aber organisch. Das heißt aus eigener Kraft. Wir sind überhaupt nicht fremdfinanziert, sondern finanzieren uns nur von unserem selbst erwirtschafteten Kapital. Und wenn ich „wir“ sage, dann meine ich nicht nur mich als geschäftsführender Gesellschafter und Gründer des Unternehmens, sondern auch drei langjährige Mitarbeiter, die mittlerweile mit jeweils 10 % am Unternehmen beteiligt sind. Es war uns auch immer besonders wichtig, die maßgeblichen Entscheidungsträger aus dem Unternehmen, also aus Produktion, Entwicklung und Vertrieb auch am Erfolg und Unternehmenswert zu beteiligen.

Die Einführung der ISO 14001 ist ja Voraussetzung für eine CSE-Zertifizierung, haben Sie schon die Umweltmanagementsystem-Norm eingeführt?

Nein, bis auf NCP neulich, haben wir noch nie eine Zertifizierung gemacht. Wir haben gedacht, wenn dann richtig! Wir müssen ja nicht komplett umschwenken wie ein konventionelles Unternehmen und die ökologische Fahne hissen, obwohl wir kein Verständnis dafür haben, was das eigentlich bedeutet. Wir sind bereits den halben Weg der CSE-Zertifizierung auf natürliche Weise gegangen – auch ohne CSE-Leitlinie. Hier geht es ja nicht nur um die Außendarstellung, sondern auch um die innere Transparenz. Wo kann jeder Einzelne etwas machen, um zur Gesamtidee etwas Positives beizutragen? Das ist ja auch eine Wertschätzung den Mitarbeitern gegenüber: Ihnen Entscheidungsfreiheiten geben und sie gleichzeitig in den Gesamtprozess einzubinden.

Wie weit sind Sie denn im Prozess der CSE-Zertifizierung?

Intern haben wir bereits eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich sehr intensiv damit beschäftigt. Wir haben auch einen neuen Mitarbeiter eingestellt, der mitunter mit dem Prozess beschäftigt ist. Er ist praktizierender Chemikant aber auch maßgeblich für die Zertifizierungen verantwortlich. Auch für mich als Manager gibt es viele wichtige Aufgaben zu erfüllen. Wir haben auch schon eine Struktur erstellt um zu evaluieren, in welchen Bereichen wir noch Informationen zu liefern haben und welche Mitarbeiter jeweils damit betraut werden. Ich habe von Anfang an klar signalisiert, dass wir nur das machen, was für die Mitarbeiter sinnvoll ist. Die Sinnhaftigkeit muss für die Mitarbeiter klar sein und es ist eine Teamaufgabe, sonst macht es sowieso keinen Sinn.

Und wie war das Feedback der Mitarbeiter?

Es soll nichts mit der Brechstange passieren. Wir lassen uns die Zeit, die wir brauchen. Jeder soll seinen Bereich und das was ihm wichtig ist auch einbringen können. Die Ziele, Handlungsanweisungen und nächsten Schritte sollen für alle logisch und nachvollziehbar sein. Wir haben die anstehende CSE-Zertifizierung und die damit einhergehenden Strukturen auch mit der Einführung eines komplett neuen Warenwirtschafts- und Kundenbetreuungssystems kombiniert. Hier haben wir auf Transparenz der Informationen geachtet. Dies war der erste Schritt zu einer offenen Diskussion.
Alles auf der rein administrativen Ebene zu sehen finde ich unzureichend. Wir brauchen in Zukunft Akteure, die sich aktiv und eigenverantwortlich mit gewissen Fragestellungen auseinandersetzen wollen, z.B. welche Prioritätenliste habe ich für meinen Einkauf? Regionalität oder Ökologie, was ist wichtiger? Und das Ganze muss ja auch noch in weiteren Kontext gesetzt werden, z.B. setzen wir eine Zertifizierung der Rohstoffe voraus, oder nicht?

Sie setzen bereits lange auf Transparenz, was Ihre Rohstoffe angeht. Können Sie hierzu etwas sagen?

Dieser Aspekt war uns auch immer sehr wichtig. Wir haben schon immer alle Inhaltsstoffe deklariert. Wenn Die Pharma-, Lebensmittel oder Kosmetikindustrie ihre Inhaltsstoffe angibt, dann machen wir das auch. Mein Eindruck war, dass das Betriebsgeheimnis immer eine Schutzbehauptung war, um dem Kunden nicht zeigen zu müssen, was in den Produkten steckt. Ebenso ist es uns wichtig, vertrauenswürdige und langjährige Partnerschaften zu unseren Lieferanten zu pflegen. Diese sind größtenteils auch in kleineren Strukturen unterwegs. Wir kaufen nur Rohstoffe ein, niemals Fertigwaren oder Halbrohstoffe, wir wollen immer alles selber machen.

Seit wann sind Ihre Produkte nach NCP-Standard zertifiziert?

Seit letzter Woche sind all unsere Produkte NCP zertifiziert. Für uns war wichtig, dass alle unsere Produkte die NCP-Qualität erfüllen und nicht nur die, die eben gerade passen. Deshalb waren wir konsequent, auch wenn es teilweise schon eine Fleißarbeit war, alle Daten zusammenzutragen. Zum Beispiel mussten wir bei einigen Lieferanten noch die Herstellverfahren nachfragen und es gab Probleme mit ein, zwei Rohstoffen.

Meinen Sie, dass die NCP-Zertifizierung im ausländischen Markt noch einen besonderen Stellenwert einnehmen wird?

Auf jeden Fall. Es war für uns ja zunächst ein erster Schritt zu sagen, dass wir all unsere Produkte zertifizieren. Viel wichtiger erscheint mir aus verschiedenen Gründen, dass das gesamte Unternehmen nach CSE zertifiziert ist. Zum einen können wir unseren Vertriebspartnern und neuen Partnern die Sicherheit geben, dass unser gesamtes Handeln und unsere Rohstoffe auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Und das nicht mit einem Label, was aus meiner Sicht irgendwo selbst erfunden ist – denn davon gibt es schon genug – sondern eines, das kritisch hinterfragt. Das nicht nur oberflächlich ist, sondern den gesamten Prozess des Unternehmens mitberücksichtigt. Auf der anderen Seite haben wir ja ohnehin eine ökologische Ausrichtung. Wir könnten uns nur nach der ISO 14001 zertifizieren lassen, aber die ökologische Ausrichtung ist die Seele unseres Unternehmens und das soll natürlich auch im Zertifizierungsprozess und Label Berücksichtigung finden.

Verpackung ist in der Biobranche ja gerade ein heiß diskutiertes Thema, wie steht Tapir dazu?

Plastikverpackung hat uns nie gefallen und wir haben sie immer schon vermieden. Es gibt kein Tapir-Produkt mit Plastikverpackung. Weißblech, Aluminium oder Glas sind für uns recyclefähige und wertige Verpackungen, auch schweißen wir nichts in Plastikfolie ein. Lediglich die Kindersicherheitsverschlüsse sind bei uns aus Kunststoff. Wir haben hierzu aber nie eine Stoffbilanz erstellt oder Ähnliches, es handelt sich bei der Plastikvermeidung um eine philosophische Grundhaltung. Ich bin gespannt, ob sich was ändern wird, wenn wir im Zuge der CSE-Zertifizierung detaillierter in die Produktgruppen reinschauen werden. Aber ich denke eher nicht, dass wir hier viel ändern werden müssen.

Tapir exportiert auch ins Ausland und ist sogar in Japan zu finden. Was bedeutet Handel für Tapir?

Es ist für uns eine wichtige Grundlage, dass wir in andere Länder exportieren. An einer Exportquote von über 40% können wir sehen, dass auch im Ausland die Qualität unserer Produkte gut ankommt. Ganz vorne mit dabei ist Japan, aber auch Österreich und die skandinavischen Länder, sowie viele Nischen und Exoten sind gute Marktplätze für uns. Beim Vertrieb arbeiten wir über Jahre und Jahrzehnte mit den gleichen Importeuren zusammen, welche exklusiv unsere Produkte vertreiben dürfen. Teilweise sind schon freundschaftliche Beziehungen zwischen uns entstanden. Wir warten aber, bis neue Landesvertreter auf uns zukommen und sind nicht aktiv auf der Suche nach Vertriebsstandorten. Zum Beispiel ist Amazon für mich auch ein Vertriebskanal, den ich nicht nutzen möchte. Für unsere Struktur ist das ein No-Go, auch wenn einige Vertriebspartner diesen Kanal nutzen und Amazon selbst bei uns auch schon angefragt hat. Mit Unternehmen, die so agieren wie Amazon, kann man kein langjähriges, freundschaftliches Verhältnis aufbauen, das mögen wir nicht und deshalb machen wir das nicht.

Was sind Ihre aktuellen Projekte und Ziele in Bezug auf Nachhaltigkeit?

Ein wichtiger Prozess ist, dass wir alle natürlichen Rohstoffe in Ökoqualität beziehen wollen. Wir haben schon Ökoqualitäten die wir einsetzen, aber bei manchen Rohstoffen brauchen wir noch Strukturen und auch eventuell Synergien mit anderen Unternehmen. Momentan haben wir zum Beispiel ein staatlich gefördertes Zuckerrohrwachsprojekt, hier wird Zuckerrohrwachs aus Abfallstoffen der Zuckerherstellung gewonnen und für Wasch- und Reinigungsmittel und eventuell für die Kosmetik eingesetzt. Mit der Uni Straubing arbeiten wir an analytischen Basisdaten für die Qualität des Rohstoffs. Hier leisten wir Vorarbeit und hoffen, mit unserer Arbeit einen Markt für einen interessanten Rohstoff zu öffnen. Wir sammeln bereits erste Praxiserfahrungen mit dem Einsatz des Zuckerrohrwachses in unseren Produkten. Dies kann sowohl die Zulieferer als auch die Produzenten dazu animieren, in diesen Rohstoff als Alternative zu investieren.

Auf welchen Messen und Events kann man Sie treffen?

Vor zwei Jahren waren wir auf der Vivaness und werden nächstes Jahr wahrscheinlich wieder da sein. Dort habe ich ja auch die GfaW kennengelernt und habe mich sehr gefreut, dass es die CSE-Zertifizierung gibt.

Arbeitsgruppentreffen (NCS,NCP,CSE) sichert Austausch und Qualität

05/04/2019: Arbeitsgruppentreffen zu den Standards NCP, NCS und CSE war ein voller Erfolg

In Kassel haben erneut die GfaW-Arbeitsgruppen zusammengefunden, um die Aktualität der Standards zu diskutieren. Der Austausch über die Standards fand am 27. Und 28. März im Anthroposophischen Zentrum statt und wurde in diesem Jahr sehr gut besucht. Die Standardgeberin durfte viele neue Unternehmen in den Arbeitsgruppen begrüßen.

Es werden neue Rohstoffe & Verfahren diskutiert

In der AG „Ökologische Rohstoffe“ war erneut die GVO-Thematik ein sehr wichtiges Thema. Die Standardgeberin hatte zu der komplexen Thematik eine Vertreterin des hessischen Umweltministeriums geladen, welche Einblicke in die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Gentechnik gab. Die Arbeitsgruppe besteht aus Nutzern der Produktstandards NCP und NCS und befasst sich insbesondere mit der Auswahl der nachhaltigsten, ökologischen Rohstoffe – regelmäßig werden Rohstoffe und Verfahren aufgenommen oder aber aus dem Standard verworfen. Die Stimmen aus der Arbeitsgruppe waren eindeutig: Der strenge ökologische Ansatz der Standardgeberin ist richtig. Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch der NATURE THANX-Standard vorgestellt, der Produkte aus der Sparte pflegeunterstützende Kosmetik abdeckt.

Praxisimpulse aus Unternehmen für Unternehmen

Die Arbeitsgruppe „Lebendige Nachhaltigkeit“ setzt sich aus Vertretern von Unternehmen zusammen, die den Standard CSE nutzen und somit zu den nachhaltigsten Unternehmen weltweit gehören. Am 28. März wurden interne Inhalte zum Standard besprochen, die die Usability des CSE-Standards zukünftig deutlich erleichtern werden. Zu diesem Zweck wurde auch die Grundstruktur der Gliederung des CSE-Standards umgestellt. Durch das CSE-Unternehmen ANNEMARIE BÖRLIND hat die Arbeitsgruppe einen wertvollen Input zum Thema nachhaltige, recycelte Verpackungen erhalten. Im Anschluss an den Vortrag gab es eine rege Diskussion über die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung alternativer Verpackungsmaterialien und der Einführung von Pfandsystemen.

Die Stimmung auf beiden Treffen war sehr produktiv und familiär. Alle Teilnehmer eint das gleiche Bestreben möglichst ökologische und wertvolle Produkte anzubieten. Obwohl die GfaW letztendlich die Inhalte der Standards bestimmt, sind diese Treffen und der Meinungsaustausch sehr wichtig, um Synergieeffekte aus dem Fachwissen Aller zu erhalten.

Die GfaW dankt allen Besuchern für die interessanten Wortbeiträge und Impulse.

In Kürze folgt eine Pressemeldung mit genaueren Ausführungen der Ergebnisse.