Suffizienz inklusive

Arbeitsgruppe diskutiert Paradigma der Marktwirtschaft – Kampagne „Pioniere der Nachhaltigkeit“ geplant – CSE-Standard aktualisiert

Bad Sooden-Allendorf – Suffizienz muss als Kriterium in nachhaltiges Wirtschaften einfließen. Unter dieser Prämisse diskutiert die Arbeitsgruppe „Lebendige Nachhaltigkeit“   Möglichkeiten, die Qualität der Genügsamkeit in unternehmerisches Handeln einzubinden – und über den CSE-Standard zu erfassen. Zur Etablierung des Standards und der Darstellung ihrer Innovationen ist eine gemeinsame Kampagne „Pioniere der Nachhaltigkeit“ geplant.

In jährlichen Abständen trifft sich die Arbeitsgruppe „Lebendige Nachhaltigkeit“ – bestehend aus den Unternehmen Aries Umweltprodukte, Börlind GmbH, Farfalla Essentials AG, Botanica GmbH, EcoControl GmbH und der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik (GfaW) – zur Aktualisierung des Certified Sustainable Economics Standards (CSE), um den Anforderungen an eine dynamische Weiterentwicklung zu entsprechen. So in diesem Jahr erneut auf der BioFach/Vivaness.

Mit dem Nachhaltigkeits-Faktor Suffizienz widmet sich die Arbeitsgruppe einem aus unternehmerischer Sicht durchaus heiklen Thema. Unter marktwirtschaftlichen Voraussetzungen widersprechen sich Wachstum und Genügsamkeit bei oberflächlicher Betrachtung. Im Gegensatz zum Begriff der Effizienz als bisherigem Maßstab wirtschaftlicher Entwicklung, der das Nutzen-Aufwand-Verhältnis für ein konstantes Ergebnis beschreibt, setzt Suffizienz bei den gewünschten Effekten an. Dies erfordert eine Veränderung der herkömmlichen Denkweise.

Im Bereich des unternehmerischen Handelns fehlen bislang handfeste Beispiele, die das Dilemma Wettbewerbsfähigkeit versus Suffizienz auflösen konnten. An der Stelle wollen die „Pioniere der Nachhaltigkeit“ mit ihren offenen Fragen ansetzen: Ist dieser vermeintliche Widerspruch zwangsläufig? Unter welchen Bedingungen und durch welche Maßnahmen kann der gesellschaftliche Gewinn von Suffizienz greifbar werden und sich in einem Qualitätsstandard widerspiegeln?

„Vor dem Hintergrund des steigenden Ressourcen-Verbrauchs, von Rebound-Effekten und anderen Konsequenzen des Wachstumsparadigmas ist es für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen unumgänglich, sich mit Suffizienz auseinanderzusetzen“, erklärt Arbeitskreis-Sprecherin Sophie von Lilienfeld-Toal.

CSE ist als Zertifizierungssystem nachhaltiger Unternehmensführung vor allem für Naturkosmetik- und Naturwarenhersteller eine wichtige Auszeichnung, weil die bislang beteiligten Unternehmen als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit gleichzeitig erprobte, praxisnahe, erfahrungsorientierte und somit dynamische Maßstäbe setzen. Berücksichtigt werden darin die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Soziales und Ökonomie.

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