NCP – Produktzertifizierung für ökologische Non-Food-Produkte

NCP – die neue Produktzertifizierung für Naturartikel

Der NCP-Standard (Nature Care Product) entstand im Jahr 2015, um die Regelungslücke im Non-Food-Bereich zu schließen und notwendige Maßstäbe für ein „ökologisches Naturprodukt“ zu setzen.

Durch NCP können Sie ökologische Non-Food-Produkte ausloben und im Handel platzieren.

Egal ob im Bioladen, Fachgeschäft oder einer konventionellen Verkaufsstätte, Verbraucher haben nun die Möglichkeit zu einem umweltschonenden Produkt zu greifen.

HIER kann der Standard und die begleitende Positivliste heruntergeladen werden. (Bitte beachten Sie, dass die Positivliste lediglich die als konform bewerteten INCIs auflistet. Ein konformer INCI allein ist noch kein Garant, dass der Rohstoff konform ist! Relevant sind die Kriterien im Standard. Siehe auch "Details - Kosten und Ablauf der Zertifizierung" auf dieser Seite.)

NCP – Das Siegel für umweltfreundliche Produkte

Die Möglichkeit, eine Vielzahl an Produkten durch ein Siegel zu kennzeichnen, macht den NCP zum Wegbereiter für den umweltbewussten Einkauf.
Eine gesonderte Auszeichnung als VEGAN dient dem Verbraucher als weitere Orientierungshilfe.

Zertifizierbar sind Produkte aus den folgenden Kategorien:

Alltagsgegenstände (Papier, Spielsachen, Kleidung...)

Pflegemittel für Gegenstände (Geschirr, Kleidung, Möbel...)

Hygieneartikel (Damenhygiene, Desinfektionsmittel, Repellents...)

Gartenbedarf (Pflanzenschutzmittel, Düngemittel...)

NCP ist auf alle Naturprodukte anwendbar. Fehlt Ihre Produktkategorie, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf.

Details zur Produktzertifizierung NCP

Regelungsumfang des NCP-Standards: Rohstoffe und ihre Herstellverfahren

NCP setzt nach im Standard hinterlegter Terminologie voraus, dass für den gesamten Herstellungsprozess und das Produkt u.a. Folgendes zutrifft:

  • NUR die im Standard aufgelisteten Rohstoffe
  • keine Quartiäre Ammoniumverbindungen
  • kein Borium und seine Derivate
  • kein Phosphor und synthetische Phosphate
  • weder SVHC-Stoffe (Substance of Very High Concern nach REACH-VO) noch CMR-Stoffe (nach CLP) - außer Duftstoffe (nach ISO 9235)
  • keine Einstufung des Endproduktes in die H400-Reihe (nach CLP)
  • keine schwer aerob und nicht anaerob abbaubare Stoffe (nach DID-Liste der EU-VO EcoLabel)
  • keine Gentechnik
  • keine synthetischen Tenside, Fette, Öle Wachse und Silikone
  • keine radioaktive Bestrahlung
  • Palmöl nur dort, wo es sich nicht vermeiden lässt - wenn Palmöl, dann aus kbA
  • möglichst alle verwendeten Bestandteile von Pflanzen und Tieren sind „bio“
  • Tierversuche sind ausgeschlossen (Ausnahme sind Wirksamkeitsstudien für biozidwirksame Rohstoffe, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind)
  • Tierische Stoffe müssen aus Exkrementen (zur Düngung) oder Schlachtungsabfällen (z.B. Gallseife) stammen
  • Extraktionsmittel sind ausschließlich pflanzlichen Ursprungs
  • Verpackung ist durchdacht, recycle- oder wiederverwendbar
Hintergrund zum NCP-Standard

Lebensmittel und unverarbeitete landwirtschaftliche Erzeugnissen können auf Grundlage der EU-Öko-Verordnung als „Bio“-Produkte ausgewiesen werden. Für Naturprodukte, die zwar land- oder forstwirtschaftlich erzeugt und verarbeitet, jedoch keine Lebensmittel sind, existieren keine gesetzliche Regelung über „Bio“-Qualität.
Dem Verständnis und den Erwartungen von Verbrauchern entsprechend, sollen Naturprodukte allerdings zu Recht so weit wie möglich in natürlichen Prozessen entstanden sein. Dies zu gewährleisten hat sich die Arbeitsgruppe „ökologische Rohstoffe“ zum Ziel gesetzt. Die Expertenrunde, derzeit bestehend aus der GfaW, EcoControl und INCI-experts entwickelt im gegenseitigen Wissens- und Ideentransfer nachhaltige ökologische Anforderungen an Rohstoffe für Natur- bzw. „Bio“-Produkte.
Eine erste wichtige Ausrichtung besteht im Ersatz petrochemischer Ausgangsmaterialien durch pflanzliche, manchmal auch tierische oder von Pilzen stammenden Stoffe. Besonders bei der Herstellung von Naturkosmetik, ökologischen Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Haushaltsartikeln wird hier erhebliche Pionierarbeit geleistet, um die Funktionalität der Produkte zu erhalten. Wenn die Rohstoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs schließlich noch aus ökologischer Landwirtschaft stammen, entsteht ein wirkliches „Bio“-Non-Food-Produkt.
Sollten Sie an einer Beteiligung in der Arbeitsgruppe „ökologische Rohstoffe“ interessiert sein, setzen Sie sich gern mit uns in Verbindung.

Kosten und Ablauf der Zertifizierung

Der Preis einer Zertifizierung ist zweigeteilt. Es entstehen Kosten beim Standardgeber und bei der Zertifizierungsstelle.
Standardgeber: Die Bezugnahme auf den NCP-Standard mit der Möglichkeit, das Zeichen zu nutzen, erfordert 5o Euro je Produkt, Marke und Jahr. Für Rohstoffhersteller beträgt die Gebühr 30,- € je Rohstoff, Marke und Jahr.
Zertifizierungsstelle EcoControl GmbH: Die Zertifizierung wird nach Zeit abgerechnet. Je nach Produktart dauert eine Überprüfung unterschiedlich lang. Bitte fragen Sie bei EcoControl nach einem Kostenvoranschlag.

Nach Kontaktaufnahme und Abschluß der Verträge mit EcoControl und der GfaW melden Sie bitte Ihre Produkte bei EcoControl an. Sie erhalten daraufhin die nötigen Unterlagen. Bei erstmaliger Anmeldung eines Produktes durch Ihr Unternehmen müssen Sie all diejenigen Daten angeben, die für die Zertifizierung relevant sind. Voraussetzung für die Bewertung der Produkte sind alle Informationen über die Rohstoffe, die in den Kriterien beschrieben sind.

Bitte bachten Sie: Die Positivliste gibt INCIs wieder, die durch EcoControl als konform bewertet wurden.

Es ist nicht garantiert, dass Ihre Rohstoffe dem Standard entsprechen, nur weil sie die auf der Positivliste aufgeführten INCIs enthalten!

Bitte lesen Sie sich den Standard durch und beachten Sie, dass jeder Rohstoff die in den Kriterien genannten Anforderungen einhält. Die Positivliste dient lediglich der Orientierung.

Aus den Unterlagen müssen folgende Informationen hervorgehen:

  1. Ausgangsstoff des Rohstoffs
  2. Prozesse, chemische oder physikalische, die zur Herstellung des Rohstoffs verwendet wurden
  3. Hilfsstoffe bei der Herstellung des Rohstoffs
  4. GVO-Freiheitserklärung, ggf. auch für Hilfsstoffe wie Fermentations-Organismen
  5. Ggf. vegan-Erklärung - wenn vegan-Auslobung gewünscht wird.

Wenn alle Informationen vollständig vorliegen und die Rohstoffe auf Grundlage dieser Informationen den Kriterien entsprechen, erhalten die Produkte ein Zertifikat, das zur Nutzung des NCP-Zeichens berechtigt.

In jährlichen Vor-Ort-Audits überprüft die Zertifizierungsstelle das Einhalten der Kriterien für die angemeldeten Produkte und erstellt einen Bewertungsbericht, der Grundlage für die Aufrechterhaltung des Zertifikats ist. Bei Abweichungen wird je nach Schwere eine Frist zum Beheben derselben gewährt. Diese kann 4 bis 12 Monate betragen. Sind nach Ablauf der Frist die Abweichungen nicht behoben, besteht keine Konformität mehr mit dem NCP-Standard und die Produkte dürfen nicht weiterhin mit dem Siegel ausgelobt werden.

Die vom NCP-Standard zugelassenen Zertifizierungsstellen arbeiten gemäß ISO 17065 und verfügen über langjährige Erfahrungen im Zertifizieren von ethisch orientierten Standards der Branche.

Wenn Sie Interesse an einer Zertifizierung nach dem NCP-Standard haben, nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Auswahl NCP-zertifizierter Produkte

NCP-Naturprodukte — Information zum Download

Cover NCP Zertifizierung für Naturprodukte