Wie wir arbeiten

Mit der Vision einer konsequent nachhaltigen Wirtschaftsweise bietet die GfaW dem Gemeinwesen Instrumente zur Kommunikation und Kennzeichnung in diesem Sinne besonders wertvoller Inhalte.

Wir geben Herstellern von nachhaltigen und ökologischen Produkten eine Stimme. Unsere Unternehmens- und Produktzertifizierungen dienen Verbrauchern als Qualitätsnachweise. Sie bilden ein Unterscheidungsmerkmal zwischen ökologischen und nicht-ökologischen Produkten sowie nachhaltig versus nicht-nachhaltig erzeugten Produkten Die Unterstützung der Konsumenten bei einer bewusst nachhaltigen Kaufentscheidung ist unser Anliegen.

Die GfaW als Inhaberin des Standards fällt final die Entscheidungen bzgl. der Labelgestaltung und Kriterien-Entwicklung. Intention und Entscheidungsgrundlage ist der Konsens zwischen den Standard-Nutzern und Experten.  Die Konsensbildung findet sich in der praktischen Umsetzung des Geschäftsalltags sowie der regelmäßigen Arbeitsgruppentreffen wider.

 

Detaillierte Arbeitsweise und Beschreibung unserer Arbeit

Was ist die Grundlage unseres Handelns?

Hauptmotivation unserer Geschäftspraktiken ist die Erkenntnis, dass geänderte Überlebensbedingungen neue „Überlebensstrategien“ erfordern. Angesichts der globalen  Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht, kann eine Rückbesinnung auf die Fragen hilfreich sein: „Was kennzeichnet eigentlich ein gutes Leben? Was macht uns zufrieden/glücklich?“

An erster Stelle stehen dabei durchweg nicht monetäre Werte wie Gemeinschaft, Solidarität,  Verantwortung, Freundschaft, Vertrauen, Beziehungen, etc. Diese zu fördern und zu etablieren hin zu einem „guten Leben“ für alle Menschen ist Ziel nachhaltigen Wirtschaftens.

Wir sehen uns als Wegbereiter für eine entsprechende wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung. Die Gemeinwohlökonomie und der CSE-Standard bieten eine mögliche Antwort darauf, wie innerhalb der bestehenden Strukturen der Wechsel von einer reinen Wachstumsorientierung zu einer Ausrichtung an ethischen Werten möglich ist. Unsere ökologischen Produktzertifizierungen sehen wir als Einstieg in eine nachhaltigere Wirtschaftsweise.

Im Austausch mit Akteuren aus Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft arbeiten wir kontinuierlich an der Frage, „WIE“ sich nachhaltiges Wirtschaften umsetzen läßt. Wir erkennen, dass der Wandel nur durch Partizipation aller Akteure realisiert werden kann.

Unser Wirken baut auf einem starken Nachhaltigkeitsverständnis. Starke Nachhaltigkeit geht davon aus, dass natürliche und künstliche Ressourcen nicht austauschbar sind. Deshalb soll die Gesamtmenge natürlicher Ressourcen und deren Zusammensetzung nicht nur erhalten bleiben, sondern möglichst vermehrt werden. Hier schließt sich die Wachstums-Frage an: Das quantitative Wachstumsparadigma hat sich in der modernen Zivilisation stark verankert. Angetrieben von Kapitalmärkten und Verdrängungswettbewerb sehen sich auch Unternehmen in der Notwendigkeit wachsen zu müssen. Die GfaW versteht dieses Dilemma. Andererseits zeigen erste Beispiele durchaus andere Möglichkeiten auf, bei denen das Wachstum von Qualität im Vordergrund steht (siehe „Bereits an Bord“).

Wie sind wir organisiert?

Wie stellen wir die Qualität der Zertifizierung sicher?

Die Qualität einer Zertifizierung wird von mehreren Faktoren bestimmt. Als Grundlage jeder Zertifizierung muss der Geltungsbereich definiert sein. Um eine Aussagekraft zu erhalten, müssen die Kriterien eindeutig zugeordnet, formuliert und vor allem prüf- bzw. messbar sein. 

Diese beiden Qualitätsmerkmale stellen wir schon bei der Standard- und Kriterienentwicklung sicher. Wichtig ist zu unterscheiden, dass sich die Produktzertifizierungen mit ihren Kriterien lediglich auf das Produkt beziehen, während die CSE-Zertifizierung eine Kombination aus Management-, Unternehmens- und Produktzertifizierung darstellt.

Weiteres Qualitätsmerkmal ist die Audit-Frequenz – also, wie oft ein Unternehmen auditiert wird. Natürlich ist eine lückenlose Überprüfung nicht möglich. Wir halten jährliche Audits für einen angemessenen Turnus, um unsere anspruchsvollen Ziele sicher zu stellen. Grundlage der Zertifizierung ist also eine Bewertung der vergangenen 12 Monate, um daraus evtl. notwendige Maßnahmen für die Zukunft einzuleiten.

Der Audit-Ablauf bei der Produktzertifizierung bleibt jeweils gleich. Bei der Nachhaltigkeitszertifizierung CSE findet zwar jährlich ein Audit statt, der Ablauf variiert jedoch im Umfang. So lassen sich etwa Managemensysteme in der Regel nicht innerhalb eines Jahres implementieren und müssen auch nicht jährlich verändert werden. Insofern ist hier das Erst-Audit am umfangreichsten. Die beiden Folgeaudits tragen eher Überwachungscharakter. In ihnen steht die Einhaltung der absoluten Kriterien, der produktbezogenen Kriterien und ggfls. die Erfüllung von Maßnahmen zur Behebung von Abweichungen etc. im Mittelpunkt. Im 4. Jahr findet dann wieder ein umfassenderes Audit statt.

Die Kommunikation mit der Zertifizierungsstelle erfüllt in unseren Augen ein weiteres Qualitätsmerkmal. Durch einen regelmäßigen Austausch bleibt die GfaW als Standardinhaber nah an den Standard-Nutzern und erhält frühzeitig Informationen über Sinnhaftigkeit, Handhabbarkeit und nachhaltigen Benefit der Kriterien. Wir setzen diesen Anspruch durch mindestens einmaligen monatlichen Kontakt mit der Zertifizierungsstelle um.

Schulungen und Fortbildung der Auditoren sind ein weiterer wichtiger Baustein Baustein bei der Sicherstellung der Qualität von Zertifizierungen. Die GfaW führt mindestens einmal jährlich eine Schulung durch.

Ein Beschwerde-Managament bzgl. der Zertifizierungen stellt die GfaW durch das Vorgeben der ISO 17062 für die Zertifizierungsstellen sicher. Beschwerden an uns werden direkt durch die Geschäftsleitung bearbeitet und fließen in unser Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung ein.

Wie und durch wen werden Entscheidungen gefällt?

Bei all unseren Entscheidungen behalten wir die oben genannten Grundsätze im Hinterkopf. Kriterien werden vor dem Hintergrund erhoben, einen Mehrwert im Sinne von Nachhaltigkeit zu generieren. Ein umfassendes Nachhaltigkeitsverständnis ist dabei wie gesagt Voraussetzung: Ökologische, soziale und ökonomische Aspekte werden gleichzeitig berücksichtigt. Jedes neue Kriterium – ob in einem neuen Standard oder als Aktualisierung bestehender Standards – muss folgende Fragen mit „ja“ beantworten:

  • Trifft das Kriterium den zugehörigen Geltungsbereich des Standards?
  • Liefert dieses Kriterium ein Unterscheidungsmerkmal zu einem nicht-ökologischen Produkt bzw. einer nicht-nachhaltigen Wirtschaftsweise?
  • Sind mit dem Kriterium Rebound-Effekte minimiert?
  • Ist es messbar? Ist es eindeutig zugeordnet und formuliert?
  • Trifft das Kriterium unsere Intention und unsere Definition von Nachhaltigkeit?

Die Entwicklung neuer und Aktualisierungen bestehender Standards unternehmen wir in Übereinstimmung mit unserer Vision und angeregt durch Wünsche, die an uns herangetragen werden.  Derzeit obliegt der Aufgabenbereich der Geschäftsführung. Werden durch das Tagesgeschäft, Recherchen oder Experteninterviews Informationen an sie herangetragen, die eine Änderung in den Standards erforderlich machen, verläuft der Prozess wie folgt:

Die Geschäftsführung erstellt einen Entwurf, der bei dem nächsten Arbeitsgruppentreffen mit den Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft erörtert wird. Falls es eine dringende Aktualisierung gibt, werden die Betroffenen auch direkt kontaktiert. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen finden sich in dem aktualisierten Entwurf. Dieser wiederum wird zur Kommentierung an alle Beteiligten und diejenigen, die es betrifft (Zertifizierungsstelle, Kunden, Experten) verschickt. In der letzten Runde, in der die Kommentare eingearbeitet werden, gibt es eine finale Möglichkeit, Änderungen einzubringen. Die übernommenen Änderungen, deren Versionen mit Nummern gekennzeichnet sind, gehen ein in den aktualisierten Standard. Der aktuelle Standard ist jederzeit online auf der Website www.gfaw.eu/download abrufbar. Rückfragen werden zeitnah von der Geschäftsführung beantwortet.

Ablauf Arbeitsweise der Arbeitsgruppen

Wann werden Entscheidungen bzgl. der Standards getroffen?

Die Arbeitsgruppen treffen sich grundsätzlich bei Bedarf, bislang in der Regel einmal pro Jahr. Einberufen werden sie von der Geschäftsführung der GfaW.

Wie kann sich die Öffentlichkeit beteiligen?

Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen sich zu beteiligen. Sie kann die GfaW per Kontaktformular, E-Mail oder Telefon erreichen. Über Social Media steht die GfaW insbesondere im Bereich des CSE-Siegels im Austausch mit Stakeholden und Verbrauchern.

Was machen wir in Puncto Nachhaltigkeit?

Selbstverständlich halten wir uns als Entwickler und Inhaber des anspruchsvollsten und umfassendsten Nachhaltigkeitsstandards ebenfalls an die Grundsätze desselben. Für die GfaW als Dienstleistungsunternehmen sind viele Kriterien des CSE-Standards für Herstellungsbetriebe nicht relevant. Die uns betreffenden Bedingungen erfüllen wir indes gewissenhaft.

In unserem Büro verwenden wir ausschließlich Artikel des nachhaltigen Großhandels "memo" und nutzen Recyclingpapier. Wenn PCs oder andere elektronische Geräte neu angeschafft werden müssen, stammen diese ebenfalls von "memo": https://www.memo.de/
Unser hosting-Anbieter arbeitet klimaneutral und unterstützt Umweltprojekte: https://www.df.eu/de/unternehmen/klimaneutrales-hosting/
Sowohl Strom als auch Gas erhalten wir von Greenpeace-Energy. Neben dem gesetzlich vorgeschriebenen getrennten Abfallsystem (Altpapier, Gelber Sack etc.) setzen wir auf interne Wiederverwertung etwa bei einseitig bedrucktem Papier oder Verpackungsmaterial. Für die Raumpflege nutzen wir die Reinigungsmittel unserer CSE-Pioniere Sonett und Sodasan.

Und freilich zieht sich der Suffizienz-Gedanke durch alle betrieblichen Abläufe, von Verbrauchsmaterialien bis zum Reiseaufwand.

Unsere derzeit ausschließlich freiberuflich Mitarbeitenden teilen ihre Arbeitszeit überwiegend frei ein und haben die Möglichkeit, weitgehend im Homeoffice zu arbeiten. Regelmäßige Besprechungen sorgen für Transparenz in einer Struktur flacher Hierarchien, in der Anregungen und Impulse aller Beteiligten als Potenzial verstanden werden. Das persönliche Wohl unserer Mitarbeitenden und Partner bildet für uns die Grundlage einer vertrauensvollen, erfolgreichen Zusammenarbeit.

Partnerschaften, die wir darüber hinaus eingehen, sind auf Langfristigkeit ausgelegt und erfolgen nach dem geteilten Werteprinzip. Siehe mehr unter https://gfaw.eu/netzwerk-und-arbeitsgruppen/

Derzeit werden von der GfaW noch keine Gewinne generiert. Sobald mit der "erwachsenen" GmbH Überschüsse erzielt werden, fließen diese in eine gemeinwohlorientierte Stiftung, deren Gründung bevorsteht.

Unsere derzeitigen Nachhaltigkeitsziele bestehen in der Einführung eines Systems zur Erfüllung unserer Reiserichtlinie, der Einführung der ISO 14001 und einer sozial-ökologische Rechnungslegung.