NCS Nanomaterialien und Bio-Plastik verboten

02/08/2020 PRESSEMELDUNG: NCS-Standard bleibt seinem Anspruch treu: Nanomaterialien und Bio-Plastik verboten

Mit einer klaren Absage an sämtliche Nanomaterialien sowie Mikroplastik hat die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik (GfaW) ihren Naturkosmetik-Standard NCS einer Revision unterzogen. Damit kennzeichnet das Siegel auf bleibend hohem Niveau gesunde und umweltfreundliche Kosmetikartikel und bleibt seinem Anspruch treu, aktuelle Entwicklungen unmittelbar in den Kriterien des Labels zu verankern.

Als Lichtschutzfilter galten Nanomaterialien der Rohstoffe Titandioxid und Zinkoxid in Sonnenschutzcremes bislang als unverzichtbar. Mittlerweile wird die gewünschte Wirkung auch ohne diese Kleinstpartikel erreicht. Grund genug also, die gesundheitlich umstrittenen und durch Ablagerungen in den Ozeanen schädlichen Teilchen im Standard zu verbieten.

Ebenfalls dem Schutz der Meere dient der Ausschluss fester und unlöslicher Polymere, also Kunststoffe. Solange diese wie bislang petrochemischen Ursprungs waren, reichten die entsprechenden Ausschluss-Kriterien des NCS. Weil neuerdings sogenanntes Bio-Plastik naturkosmetik-konform hergestellt werden kann (z.B. Polylactic Acid), wird ein explizites Verbot im Standard nötig, um die Verwendung von Kunststoff in Naturkosmetik-Produkten zu vermeiden.

Damit setzt NCS in diesem Bereich die strengsten Qualitätsmaßstäbe.

Interview fairvendo_nach CSE geprüft nachhaltiges Unternehmen

05/08/2020: Die GfaW im Gespräch mit der fairvendo GmbH – von Zertifizierungen und persönlichem Engagement

„Wenn wir als Individuen sinnvoll und nachhaltig investieren, hat unser Planet auch eine realistische Chance, weiter zu existieren. Geld ist das entscheidende Mittel um die Umwelt zu retten – allerdings nur, wenn es auch richtig und gezielt eingesetzt wird.“ Diese Aussage findet sich auf der Webseite der Hamburger Finanzberatung fairvendo. Das Unternehmen ist seit letztem Jahr nach unserem Nachhaltigkeitsstandard CSE zertifiziert. Geschäftsführer Gorden Isler stand uns für ein Interview zur Verfügung und spricht über sein Unternehmen, soziales Engagement und das CSE-Gütesiegel.

Was war Ihr Weg in die CSE-Zertifizierung?

Bevor wir uns mit dem CSE-Standard befasst haben, haben sich vier unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen eines Weiterbildungsprogramms zum ESG*-Berater zertifizieren lassen. Schon zu diesem Zeitpunkt war es für uns wichtig mit unabhängigen Stellen zusammenzuarbeiten. Wir wollten nicht einfach behaupten, wir hätten eine Spezialisierung in ökologischen Geldanlagen und Ethik. Vor einiger Zeit habe ich dann Niels Christiansen von sustaineration kennengelernt. Er hat uns vom CSE erzählt. Ich recherchierte dazu und fand die Kosten sowie den Aufwand überschaubar und so haben wir beschlossen uns zertifizieren zu lassen. Unter anderem war ausschlaggebend für uns, dass der Standard streng und konkret formuliert ist. Es geht mir einfach darum, dass ein Dritter, der etwas davon versteht unsere Behauptung prüft und unterstreicht. Es geht mir hierbei auch darum jeglichen Verdacht von Greenwashing beiseite zu räumen.

Bekommen Sie Reaktionen auf das CSE-Siegel?

Auf das Siegel werden wir nicht aktiv angesprochen. Aber wenn wir erwähnen, dass wir nach CSE-Standard zertifiziert sind, zeigen einige Kunden reges Interesse und möchten mehr von dem Standard erfahren. Ich merke auch, dass einige Kunden sich daraufhin mit dem Standard beschäftigen, z. B. auf die Webseite gehen um nachzulesen, um was für eine Zertifizierung es sich da handelt. Insbesondere Leute, die sich privat und beruflich auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit auskennen, fühlen sich durch das Siegel in ihrer Wahl bestätigt. Was ich sagen kann ist, dass sich in den letzten zwölf Monaten immer mehr Menschen bei uns melden, denen das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig ist. Sie sind nicht auf der Suche nach einem klassischen Versicherungsmakler, sondern nach einem Unternehmen, das Nachhaltigkeit ganz großschreibt. Es ist auch für uns viel interessanter mit Menschen zusammenzuarbeiten, die mit diesem Thema in Resonanz sind. Die verstehen, dass es nicht ausreicht im Bioladen einzukaufen, sondern, dass die Themen Kapital und Nachhaltigkeit sehr eng miteinander verbunden sind und sich durch alle Lebensbereiche ziehen.

Das Thema nachhaltige Finanzen hat auch jüngst einen Aufschwung bekommen, ist das bei Ihnen auch angekommen?

Ja, aber der ganze Markt steht gerade erst am Anfang. Wir erleben zwar, dass eine Änderung stattfindet, aber man muss bedenken, dass die Ausgangslage am Markt katastrophal ist. Das Verhältnis der Bilanzsummen von nachhaltigen und nicht-nachhaltigen Banken liegt bei weniger als einem Prozent. Auch das Verhältnis der Kapitalanlagen erfasst noch keinen nennenswerten Anteil. Da wären Wachstumsraten von 100 % pro Jahr im Gesamtkontext immer noch verschwindend gering. Aber wir stehen am Anfang einer großen Transformation. Die Menschen merken: Nachhaltigkeit hat auch etwas mit meinem Girokonto und meiner Versicherung zu tun.

Die Papiereinsparung ist eines Ihrer Nachhaltigkeitsziele gewesen, welches Sie auch messbar erreicht haben. Was sind weitere Nachhaltigkeitsziele?

Für uns waren die CSE- und ESG-Zertifizierung unter anderem so einfach, weil wir uns vorher schon sehr bemüht hatten viele Nachhaltigkeitsthemen zu erfassen und zu optimieren. Zum Beispiel die Wahl unserer Lieferanten, die Sinnhaftigkeit von Verbrennungsmotoren in unserem Fuhrpark etc. Durch die Zertifizierungen sind Ideen und Vermutungen bewussten Entscheidungen und Gewissheiten gewichen. Wir wollen in Zukunft alle CO2 Emissionen reduzieren und kompensieren. Damit meinen wir aber nicht nur die Kilometer, die unsere Mitarbeiter beruflich fahren, sondern auch die privat gefahrenen Kilometer. Wir haben entschieden, dass wir alle Emissionen durch die PKW-Nutzung kompensieren wollen – egal ob privat oder geschäftlich. Ansonsten haben wir unseren Fuhrpark verkleinert, zudem nutzen wir jetzt Hybridautos oder kleine Cityflitzer als Firmenautos. Wir geben nun weniger Geld für unseren Fuhrpark aus. Wir geben zudem Zuschüsse zur Bahncard und bilden Fahrgemeinschaften.

Was hat sich in letzter Zeit noch für Sie verändert?

In jüngster Zeit kommen die Versicherer auf uns zu, wenn sie eine neue nachhaltige Idee haben. Daraus leiten wir ab, dass es sich in der Branche durchaus rumgesprochen hat, dass wir so konsequent sind. Ich kenne keinen weiteren Finanzmakler, der zertifiziert ist. Eine neutrale Zertifizierung der Berater und des Unternehmens findet man vermutlich sehr selten.

Was uns noch interessiert, wie war Ihr persönlicher Werdegang?

Ich habe meine Ausbildung zum Kaufmann gemacht und für mich war immer klar, dass ich ein eigenes, ehrliches und faires Unternehmen haben will. Ich war immer schon eher sozial als ökologisch ausgeprägt. Mit Mitte zwanzig habe ich fairvendo gegründet und bin bei den Grünen eingetreten. Irgendwann hat mich ein Parteifreund angesprochen. Er meinte, ich müsse die ökologische Seite – zusätzlich zu meiner sozialen Ader – ausbauen und die Gesamtzusammenhänge noch besser verstehen. Daraufhin habe ich mich für die ESG-Ausbildung entschieden. Da habe ich verstanden, dass ökologisches Bewusstsein und Finanzen Hand in Hand gehen und beide Aspekte gleich wichtig sind.
Ich bin bis heute sozial immer noch sehr engagiert. Ich bin Vorsitzender der Regensburger Seenotrettungsorganisation Sea-Eye. Und auch hier bin ich mir bewusst: Es reicht nicht, die Menschen nur aus den Meeren zu retten. Eigentlich müssen wir etwas an ihren Lebensumständen ändern. Und hier spielt der Klimawandel eine essentielle Rolle – das Thema muss uns alle angehen! Deshalb freue ich mich unseren Kunden Produkte anbieten zu können, die die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen fördern – sowohl sozial als auch ökologisch. Und mittlerweile kann man mit diesen Modellen bessere Gewinne erzielen, eben weil sie FÜR die Zukunft einstehen.

 

 

*ESG:
Als Standard nachhaltiger Anlagen hat sich die Begrifflichkeit „ESG“ etabliert. Diese drei Buchstaben beschreiben drei nachhaltigkeitsbezogene Verantwortungsbereiche von Unternehmen:
1) Das „E“ für Environment steht hierbei z.B. für Umweltverschmutzung oder -gefährdung, Treibhausgasemissionen oder Energieeffizienzthemen
2) Social („S“) beinhaltet Aspekte wie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Diversity oder gesellschaftliches Engagement
3) Unter Governance („G“) wird eine nachhaltige Unternehmensführung verstanden. Hierzu zählen z.B. Themen wie Unternehmenswerte oder Steuerungs- und Kontrollprozesse
Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/esg-kriterien-120056
CSE im Handelsblatt Standard für Nachhaltigkeit

09/07/2020: Naturkosmetikstudie besagt: „Der Wunsch nach Nachhaltigkeit wird bleiben – das ist kein kurzzeitiger Trend.“

So der Experte Stephan Telschow über die Kosmetikindustrie in einem Interview mit dem Handelsblatt. Laut einer Studie, die bald veröffentlicht vom wird, hält nur jeder fünfte Verbraucher*in die Kosmetikindustrie für nachhaltig. Es gebe hier noch viel Handlungsbedarf, sagen 74 Prozent tausender Befragten.

Während große Konsumgüterkonzerne erst dabei sind diese Themen zu implementieren, haben andere Unternehmen schon die Nase vorne. Ganz vorne mit dabei sind unsere CSE-Pioniere aus dem Naturkosmetikbereich (Annemarie Börlind, SODASAN, Sonett, Farfalla, SAFEAS). Mit dem CSE-Standard weisen sie nicht nur Nachhaltigkeit der Produkte nach, sondern auch ein konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Geschäftsmodell.

Kaum verwunderlich, die Verwirrung in Bezug auf Siegel ist bei den Kunden groß und es herrscht keine Einigkeit darüber, was eigentlich ein nachhaltiges Produkt ist. „Es wäre absolut sinnvoll, wenn sich die Branche auf einen entsprechenden Industriestandard einigen würde“, sagt Telschow, Managing Director der Gesellschaft für innovative Marktforschung.

Auch wenn viele konventionelle Unternehmen die Messlatte des CSE-Standards für Nachhaltigkeit nicht erreichen können (so ist beispielsweise ausgeschlossen, dass Unternehmen, die das Naturkosmetiksegment nur als Nische bedienen, den Standard einhalten können), ist abzusehen, dass Verbraucher*innen zunehmend ein eindeutiges und glaubwürdiges Siegel für Nachhaltigkeit einfordern werden.

Dies ist langfristig nicht nur der Trend im Naturkosmetikbereich, sondern eine gesellschaftliche Bewegung. Mit dem CSE-Standard steht die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik für ein anspruchsvolles und glaubwürdiges, weil zertifiziertes, Nachhaltigkeitsversprechen.

Isana NaturFeinkost - bald geprüft nachhaltiges Unternehmen CSE Standard

02/07/2020: Die GfaW im Gespräch mit der Isana NaturFeinkost GmbH – von Corona und den Vorbereitungen auf die CSE-Zertifizierung

Die Isana NaturFeinkost GmbH ist für die GfaW ein besonderes Unternehmen: Als erster Lebensmittelhersteller bereitet sich der Eresinger Betrieb auf eine CSE-Zertifizierung vor. Erfreulich, dass das Unternehmen die Corona-Krise mehr als gut bewältigen konnte, da die Nachfrage nach hochqualitativen bio-Lebensmitteln im Einzelhandel sehr stark anstieg. Geschäftsführer Sebastian von Eltz stand uns für ein Interview zur Verfügung und berichtet vom Status-Quo in Bezug auf Nachhaltigkeit und die Zertifizierung CSE.

CSE-Standard ist ein wirksames Alleinstellungsmerkmal in der Biobranche

Sebastian von Eltz resümiert, dass es in den letzten Jahren einen immer stärkeren Fokus auf das Thema „bio“ gab. Kritisch sei dabei, dass zahlreiche konventionelle Hersteller in die Biobranche vordringen, um das Segment zu bedienen. Isana möchte sein Profil schärfen und darstellen, dass es sich bei der Marke bio-verde nicht nur um ein Bio-Unternehmen, sondern auch um einen Nachhaltigkeitspionier handelt. So ist geplant, das CSE-Siegel direkt auf die Produkte zu bringen, damit Verbraucher*innen den ganzheitlichen Ansatz des Herstellers erkennen können. Doch nicht nur die Außenwirkung sei ausschlaggebend für die Wahl des CSE-Standards. Durch die vorgeschriebenen Nachhaltigkeitsziele und deren sukzessive Erreichungsfristen im CSE-Standard bleibe das Unternehmen gefordert sich kontinuierlich mit Nachhaltigkeit zu befassen und immer besser zu werden. Das passe gut zum Unternehmen, bescheinigt von Eltz.

Nachhaltigkeitsmanagement wird ausgebaut

Aufgrund der Corona-Krise musste das Unternehmen seine Vorbereitungen für die Nachhaltigkeitsmanagement-Zertifizierung aufschieben. Geplant waren Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen, die dann von den Bereichsleitenden in die einzelnen Fachgebiete getragen werden sollten. Es gelte kontinuierlich die Verbesserungspotential zu identifizieren, so von Eltz: Beispielsweise sei die Einführung einer CO2-Bilanzierung angedacht. Dafür benötige man die passenden Kennzahlen und eine fundierte Status-Quo-Analyse. Des Weiteren könnten Maßnahmen in Bezug auf Wasser, Energie, Fuhrpark etc. entwickelt und in die Wege geleitet werden.  Dem Geschäftsführer ist auch wichtig, dass Nachhaltigkeit im Unternehmen nicht zu einem Top-Down-Ansatz wird. Alle sollen für das Thema sensibilisiert werden und Lust an der Mitwirkung und Umsetzung haben.

Top-Thema: Plastikvermeidung und Effizienz bei Verpackungsmaterial

Dass viel Plastik benötigt wird, um frische Lebensmittel im Einzelhandel zu verkaufen, ist im Unternehmen sehr bewusst. Ständig wird deshalb geprüft, wie Verpackungen dünner und effektiver gestaltet werden können. Schmuckkartons und Schutzdeckel wurden bereits weggelassen bzw. durch dünnere Folien ersetzt. Isana beteiligt sich auch an einer Forschungsgruppe des Fraunhofer Institutes, in der nach Verpackungsmaterialien aus Faserstoffen geforscht wird.

Lieferantenbeziehungen mit Herz und Tradition

Schon seit jeher pflegt man im Unternehmen sehr persönliche Beziehungen zu den Rohstofflieferanten. Ein- bis zweimal jährlich werden diese persönlich besucht und nach einem eigenen Standard auditiert. Auch die Sozialstandards spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Mit einigen Lieferanten wurden eigene Anbauprojekte entwickelt. Wichtig sei zudem der Bezug von Rohwaren aus der Region, so Eltz. Es gehe dabei um Transparenz und das Qualitätsversprechen an den Endverbraucher. Der soll erkennen, wo der Ursprung der Waren ist und welche Menschen hinter den Produkten stehen.

Der Ausbau der Produktionskapazitäten steht bevor

Das Unternehmen wächst und so benötigt für die Produktion weitere Gebäude. Aspekte der Nachhaltigkeit würden bei der Auswahl der zukünftigen Produktionsflächen selbstverständlich Berücksichtigung finden, betont der Geschäftsführer. Bereits heute nutzt das Unternehmen Hackschnitzel aus umliegenden Wäldern für die benötigte Prozesswärme in der Produktion und  verwendet 100 % Ökostrom, wie es der CSE-Standard vorschreibt.

Isana – erster Lebensmittelhersteller mit CSE-Siegel?

Isana ist hinsichtlich der CSE-Definition für nachhaltige Unternehmen bereits jetzt sehr positiv zu bewerten. Gerade arbeitet der Betrieb daran, ein Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement einzuführen, was natürlich Veränderungen in der Organisation mit sich bringen wird. Uns gefällt, dass das Unternehmen nur Festangestellte beschäftigt, darunter einige Migranten. Auch der Nachhaltigkeitsschwerpunkt der Plastikvermeidung ist ein wertvoller Impuls für unsere Arbeitsgruppe „lebendige Nachhaltigkeit“. Wir freuen uns Isana bald an Bord der CSE-Nachhaltigkeitspioniere begrüßen zu dürfen.

Mit dem Tool zur Klimabilanzierung selbstständig den betrieblichen CO2-Footprint berechnen

19/05/2020: PRESSEMELDUNG Mit dem Tool zur Klimabilanzierung selbstständig den betrieblichen CO2-Footprint berechnen

Spätestens seit Fridays4Future ist der Klimawandel auf der Agenda vieler Unternehmen. Ein wichtiger Baustein zur Senkung unternehmerischer Emissionen ist dabei die vollständige Erfassung einer betrieblichen CO2-Bilanz. Die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik (GfaW) und sustaineration präsentieren gemeinsam ein Tool mit dem Unternehmen selbstständig ihren CO2-Footprint ermitteln können.

„Bei der Entwicklung eines Angebotes zur Klimabilanzierung war es der GfaW und uns besonders wichtig, dass Unternehmen die mit unserem Tool arbeiten, Kompetenzen zur CO2-Bewertung ihrer Geschäftsprozesse erlangen“, sagt Niels Christiansen, Inhaber der Nachhaltigkeitsberatung sustaineration. Nutzer*innen des Tools werden befähigt, unabhängig und souverän ihren betrieblichen CO2-Fußabdruck zu erfassen.

Das Excel-Tool basiert auf dem Greenhouse Gas Protocol und bilanziert nach den Scopes 1, 2 und 3. Dabei definieren Unternehmen den Anwendungsbereich ihrer Bilanz selbstständig und erkennen welche Daten erhoben und eingetragen werden müssen. Sind alle Daten vollständig erfasst, wird der CO2-Fußabdruck angezeigt, sowie in verschiedenen Grafiken visualisiert, die sich sowohl zur internen wie auch externen Kommunikation eignen.

Mit dem Excel-Tool zur effektiven Klimastrategie

Das Tool zur Klimabilanzierung unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung effektiver Klimastrategien. Neben der Datenmaske zum Erfassen der relevanten Klimadaten, erhalten Nutzer*innen grafische Auswertungen und Vorlagen zur Ableitung gezielter Klimaschutzmaßnahmen. Durch die transparente Berechnungsmethode können Unternehmen zudem fundiert bewerten, wo die Potentiale zur Verbesserung ihrer Klimawirkung liegen.

„Wir freuen uns, dass wir mit unserem langjährigen Partner sustaineration ein niederschwelliges Angebot zur Klimabilanzierung geschaffen haben“, meint Sophie von Lilienfeld-Toal, Geschäftsführerin der GfaW. Die GfaW ist Standardgeberin des Certified Sustainable Economics (CSE)-Labels, einer Nachhaltigkeitszertifizierung für Unternehmen. „Seit diesem Jahr, müssen alle CSE zertifizierten Unternehmen nachweisen, dass sie klimaneutral wirtschaften“, so von Lilienfeld-Toal. Das Tool zur Klimabilanzierung ist dafür ein hervorragendes Fundament.

Weitere Informationen zum Tool und den damit verbundenen Kosten sind unter https://sustaineration.com zu finden.

30/04/2020: Die GfaW im Gespräch mit der GLOBAL THINKING GmbH – mit C0CC000N-Cosmetic Serie soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz in Indien stärken

Es ist meist ein langer Weg bis zu einem 100 % nachhaltigem Geschäftsmodell. Die GfaW darf viele Unternehmen auf diesem Weg begleiten. Wir haben auf der Vivaness 2020 mit der GLOBAL THINKING GmbH gesprochen. Mit ihren HA-THA natural essences Produkten hat sich das Stuttgarter Unternehmen bereits auf dem Naturkosmetikmarkt etabliert. Mit der NCS-geprüften C0CC000N-Cosmetic Serie geht das Unternehmen nun einen weiteren wichtigen Schritt. C0CC000Ns sind Pflegepads aus veredelten Seidenraupen-Kokons – aber auch ein wichtiger Denkansatz für die Kosmetikbranche. Geschäftsführer Michael Köhler spricht im Interview über die Entwicklung eines Kosmetikproduktes, welches nicht nur natürlich ist, sondern auch einen positiven Beitrag für Klima und Gesellschaft leisten soll.

 

Ihr Rohmaterial kommt aus einem sozialen Projekt in Indien. Was war zuerst da: Die Idee,  Menschen zu unterstützen oder die Produktidee?

Zuerst war das soziale Projekt da. Wir kennen das Projekt schon seit ca. 5 Jahren und haben überlegt, wie wir daran teilnehmen können. Meine Frau unternahm einige Recherchen zu Seidenkosmetik und stellte fest, dass in Asien und den Vereinigten Staaten schon Kokons für Softpeeling verwendet werden. Klasse, wenn wir Zugang zu gewaltfreier Seide haben, dann können wir bei HA-THA gewaltfreie Kokons fertigen und dabei eben dieses Projekt unterstützen.

Was ist an der Seide bzw. den Kokons gewaltfrei?

Ahimsa bezeichnet im Sanskrit das Prinzip der Gewaltlosigkeit, das in vielen Religionen des Ostens die Grundeinstellung des Menschen gegenüber den Lebewesen und der Natur wiederspiegelt. In der konventionellen Seidengewinnung, wird die Puppe qualvoll in ihrem Kokon durch Heißdampf oder kochendes Wasser getötet. Bei der sogenannte Ahimsa- oder Peace-Silk, wird keinem Tier ein Leid angetan. Die Kokons dürfen Ihre Metamorphose von der Seidenraupe bis zum Schmetterling vollenden.

Was würde denn mit den Kokons passieren, wenn sie nicht für Kosmetika verwendet werden würden.

Sie werden weggeworfen.

Wie werden ihre Kokons angebaut, ist das eine reine Monokultur?

Für die konventionelle Seidenproduktion werden Kokons heutzutage in Massentierhaltung in Schubladen in Fabrikhallen gezüchtet. Unsere

coccooon_NCS geprüfte Naturkosmetik

C0CC000N-Cosmetic Serie:NCS geprüfte Naturkosmetik

Raupen stammen aus Wildsammlung und können sich frei in ihren Maulbeerbäumen bewegen. Zu einer gewissen Zeit werden die Bäume mit Netzen abgedeckt, um die Seidenraupen vor Fressfeinden zu schützen. Kurz vor dem Schlüpfen werden die Kokons an einem geschützten Ort aufbewahrt, bis sie in Ruhe ihre Metamorphose von der Raupe zur Puppe vollenden können und als kleiner weißer Falter davon fliegen können. Ich freue mich darauf, dass endlich auch vor Ort sehen zu können, bisher kenne ich das alles auch nur von Fotos und Videos.

Produktidee steht und das gewünschte Rohmaterial ist lieferbar, wie ging es weiter?

Wir haben den Leiter des Projektes kontaktiert, dieser lebt in Deutschland. Wir fuhren einfach zu ihm hin und haben mit ihm das Projekt besprochen. Aus Herstellersicht war es uns von HA-THA wichtig,  das Produkt patentieren zu können. Es gibt international schon einige Produzenten von Kokons für den Kosmetikbereich, auch greifen diese zum Teil auf Ahimsa-Seide zurück. Es war für uns also kein tragfähiges Geschäftsmodell, einfach nur die Seidenkokons abzupacken und zu vermarkten. Außerdem wollten wir die Kokons noch attraktiver für die tägliche Hautpflege machen. Wir kannten weitere Inhaltsstoffe aus Asien, die sich in der Kosmetik als sehr wirkungsvoll erwiesen haben. Also haben wir uns überlegt, ob man die Kokons mit weiteren Wirkstoffen pulverimprägnieren kann. Es folgte eine Testphase, die in einer Rezeptur aus Tanaka-Pulver, Kurkuma und Ingwer mündete. Somit konnten wir die Wirkung der Kokons vervielfachen und das Produkt zum Patent anmelden. Wir haben zudem ein weiteres Pad für die Körperpflege entwickelt und an der Verpackung der Produkte getüftelt. Und jetzt stehen wir hier, auf der Vivaness 2020 und das Produkt kommt gut an.

Sind Sie denn bei dem Projekt vor Ort gewesen?

Nein, das steht aber an. Es ist uns ganz wichtig, die Menschen vor Ort kennenzulernen und unseren Impact zu überprüfen. Weil der Projektleiter vertrauenswürdig ist, haben wir uns dazu entschlossen, erstmal das Produkt zu launchen und erst im Oktober nach Indien zu reisen. Vor Ort wollen wir auch ein Video drehen und das Projekt etwas mehr in den Vordergrund stellen.

Wird denn das gesamte Produkt in Indien gefertigt?

Nein, das machen wir in Deutschland. Wir erwägen, die Veredelung zukünftig vielleicht in Indien vorzunehmen. Derzeit jedoch ist es uns lieber, die Produktion in Deutschland zu belassen. Ich bin rasch in der Fertigungsanlage des Lohnherstellers und kann dort nach dem Rechten sehen, das ist mir lieber. Zudem forschen wir gemeinsam mit dem Produktionspartner an weiteren Kokonbasierten Rezepturen. Die C0CC000N-Cosmetic soll zu einer ganzen Kosmetiklinie ausgebaut werden.

Ist es das erste soziale Projekt in dem sich HA-THA engagiert?

Direkt ja. Unsere übrigen Produkte lassen wir in Thailand fertigen. Der Produzent vor Ort spendet zwar an lokale soziale Projekte, aber das ist im Buddhismus lebendige Praxis. Wir haben also keinen Bezug zu den Projekten. Deshalb war es für uns auch längst an der Zeit, mit einem Projekt zu kooperieren, bei dem wir unseren Impact überprüfen und kommunizieren können. Jetzt können wir direkt nachvollziehen, dass die Gelder aus der Zusammenarbeit zum Beispiel für Schulbeiträge verwendet werden.

Welches ist also Ihr Einfluss vor Ort, der sich aus dem Projekt ergibt?

Die Schaffung von Arbeitsplätzen, insbesondere für Frauen, sowie die Förderung der Schulbildung von deren Kindern. Die Bäume, in denen die Seidenraupen leben, werden weder mit Fungiziden, Insektiziden noch genetischen Sprays behandelt. Zudem werden vor Ort mehr Maulbeerbäume gepflanzt als abgeholzt. Das führt vor Ort zu einer höheren lokalen Wertschöpfung, weil aus den Bäumen auch Maulbeersaft gewonnen wird. Zudem fördert das die positive Klimabilanz unserer Produkte.

Verändert sich durch diese Kooperation das Selbstverständnis als Unternehmer oder allgemeiner gefragt: Gab es einen moralischen Sinneswandel?

Ja, durchaus. Ich bin sogar politisch aktiv geworden. Zum Beispiel habe ich kürzlich in Baden-Württemberg zum Unternehmerstammtisch „Ethisches Wirtschaften“ beigetragen. Hier geht es um das Schaffen reiner win-win-Situationen für alle. Wenn ich ethisch denke, schaffe ich auch Werte – aber mit einer anderen Mentalität! Die Sinnfrage ist eine wichtige Motivation. Es geht nicht nur darum Geld zu verdienen, sondern sich über den Sinn seines Tuns im Klaren zu sein.

Was verstehen Sie genau unter „ethischem Wirtschaften“?

Ich möchte das hier mal anhand unserer Branche darstellen. Sie können hier ein 110 % Bioprodukt anbieten, das jedoch unter Bedingungen geschaffen wurde, die nicht unserem ethischen Wert entsprechen. Dann ist das Produkt nicht okay  –  auch wenn es bio ist. Oder aber das Bioprodukt hat einen ökologischen Fußabdruck, der inakzeptabel ist. Wenn jemand so etwas unbedingt vertreiben will, dann muss er zumindest etwas tun, um den Fußabdruck zu reduzieren. Im Sinne unseres Unternehmens „GLOBAL THINKING GmbH“ geht es darum, alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette wertzuschätzen und dabei das ökologische Gleichgewicht an beiden Enden zu erhalten. Es bringt nichts, wenn wir uns hier gut fühlen, weil wir „bio“ nutzen. Wir müssen uns auch schon auch Gedanken um die anderen Faktoren machen.

Hier geht es ja auch viel um Transparenz und die Frage, wie diese Kriterien kenntlich gemacht werden können. Die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik hat hierzu beispielsweise das CSE-Siegel in den Verkehr gebracht. Das Siegel kennzeichnet ethisch wirtschaftende Unternehmen.

Ja, in der Biobranche ist nachhaltiges Wirtschaften leider noch nicht ganz angekommen. Für uns war das C0CC000N-Projekt zunächst auch sehr produktorientiert. Wir sind über den Verlauf des Projektes sehr glücklich und freuen uns, dass das Produkt und unser Engagement sehr gut angenommen werden. Natürlich motiviert uns das, zusätzlich noch mehr in diesem Bereich zu machen und dies auch zu kommunizieren. Wer weiß, ob eine CSE-Zertifizierung nicht auch irgendwann auf der Agenda steht.

Vielen Dank!

Das Interview fand am 14. Februar auf der Vivaness statt.

Arbeitsgruppe "Lebendige Nachhaltigkeit" trifft sich um CSE-Standard zu besprechen

01/04/2010: Lebendige Nachhaltigkeit trifft sich in Kassel

Unsere Erfahrung bestätigt jedes Jahr aufs neue: Es gibt nichts, das so wertvoll ist, wie der persönliche Austausch mit Praktikern und Nachhaltigkeitspionieren. Auch in diesem Jahr trafen sich die Teilnehmer der AG „Lebendige Nachhaltigkeit“ im anthroposophischen Zentrum in Kassel, um Wichtiges rund um den Standard für Nachhaltigkeit – CSE – zu besprechen. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation fand das Treffen in kleinerer Runde als geplant statt. Dafür wurde die Veranstaltung aufgezeichnet und die Aufnahme steht allen CSE-Unternehmen zu Verfügung.

Das diesjährige Arbeitsgruppentreffen stellte insbesondere die Themen Klimaneutralität und ethisches Finanzwesen in den Fokus.

Letzteres ist bereits im allerersten CSE-Standard aus dem Jahr 2011 fest verankert. Da sich jedoch momentan sehr viel in diesem Bereich bewegt, sollen nun weitere Details Einzug in den Standard halten. Marcel Heyken von CP-Consultingpartner gab hierzu einen Überblick über die jüngsten Geschehnisse aus dem Finanzsektor sowie die gelebte Praxis in Finanzinstituten. Im Anschluss ergab sich ein Gespräch über die Möglichkeiten und Grenzen einer Implementierung von weiteren Kriterien aus dem Bereich ethisches Finanzwesen in den Standard.

Auch Klimaneutralität hält zunehmend Einzug in die Alltagspraxis von Unternehmen. Was Klimaneutralität genau bedeutet und inwiefern es sich hier auch um ein „Freikaufen“ handeln kann, war in diesem Jahr detailliert zu klären. Hierzu gab Inka Sachse von soil&more wertvollen Input zum Thema Emissionsmessung und -Reduktion der landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten. Da viele nach CSE-Standard geprüfte Unternehmen landwirtschaftliche Ressourcen verarbeiten, bestehen hier große Reduktionspotentiale. Aber auch unternehmensbezogene Emissionen müssen reduziert oder kompensiert werden. Das Thema wurde durch die AG-Teilnehmer sehr genau erläutert und ein Vorschlag für den Nachhaltigkeitsstandard CSE erarbeitet.

Der Begriff „klimaneutrales Unternehmen“ ist ab sofort im Standard exakt definiert, ferner auch der Umgang eines CSE-Unternehmens mit Emissionen.

Wie gewohnt gab es auch Raum für den offenen Erfahrungsaustausch . Zudem wurde auch die aktuelle Software CSE-STAR besprochen, welche das Erheben, Messen und Bewerten der Nachhaltigkeit digital ermöglicht und das CSE-Audit vereinfacht. Alle Teilnehmer zeigten sich zufrieden mit der Digitalisierung und den damit einhergehenden Erleichterungen im Nachhaltigkeitsmanagement.
Trotz der schwierigen Bedingungen war das Arbeitsgruppentreffen wie gewohnt fruchtbar. Die Diskussionen und Beiträge haben dazu beigetragen, dass der CSE-Standard topaktuell und gleichzeitig praxistauglich anwendbar ist. Im Nächsten Jahr findet die AG wieder im Frühjahr statt.

Nachhaltigkeit auf der Biofach

19/02/2020: Mit einem Nachhaltigkeitstool auf der Biofach

Auf der Biofach bzw. Vivaness repräsentiert die GfaW mit ihrem eigenen Stand die Nachhaltigkeitszertifizierung CSE (Certified Sustainable Economics) sowie die bekannten Produktstandards NCS (Natural Cosmetics Standard) und NCP (Nature Care Product Standard). Rund 25 Unternehmen, die nach unseren Standards geprüft werden, waren ebenfalls auf der Messe vertreten.[metaslider id=3613]

In diesem Jahr wurde auch das neue Software-Tool CSE-STAR vorgestellt. Alle an Nachhaltigkeit orientierten Unternehmer*innen konnten sich am Stand einen ersten Überblick über das Tool verschaffen. Das Interesse am Nachhaltigkeitsstandard CSE und der neuen digitalen Version und Erweiterung (CSE-STAR) hat zu den Vorjahren deutlich zugenommen – was impliziert, dass sich Nachhaltigkeit immer weiter zum Leitmotiv entwickelt.

Das Thema Verpackung war in diesem Jahr wieder in aller Munde. Die Umstellung auf Rezyklat oder zumindest die Minimierung des Kunststoffeinsatzes wird von vielen Unternehmen zielstrebig angepackt. Natürlich erwarten ökologisch motivierte Verbraucher*innen ressourcenschonende Verpackungen und die Qualität der Verpackung lässt sich gut am PoS kommunizieren. Aus einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsperspektive wäre es erfreulich, wenn die Diskussion um das Thema Plastik auch auf andere Unternehmensbereiche wie Einkauf und Logistik ausgeweitet werden würde.

Unsere Kunden Sonett GmbH, ULRICH natürlich und SODASAN Wasch- und Reinigungsmittel GmbH beteiligten sich unter anderem in der Gesprächsrunde „Unverpackte Wasch- und Reinigungsmittel im Handel: Wie kann das gehen? Unternehmen tauschen sich aus“ am Thema Verpackung.

Interessant und motivierend war eine Session vom Bundesverband der grünen Wirtschaft, Alnatura, einhorn products GmbH und Taifun-Tofu zum Thema: Entrepreneurs For Future, welchen Stellenwert hat Corporate Political Responsibility (CPR) für die Biobranche?  Hier wurde deutlich, dass zunehmend mehr Unternehmen sich als aktive Akteure und Influencer verstehen wollen und diese Rolle mit Verantwortung und Herz übernehmen.

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CSE-STAR Nachhaltigkeit messen, bewerten und kommunizieren

17/02/2020: PRESSEMELDUNG The STAR is born – Nachhaltigkeit umsetzen per Mausklick

GfaW startet nutzerfreundliches Tool für CSE-Zertifizierung und Kommunikation

Nachhaltigkeit zielorientiert und effizient umzusetzen fordert Unternehmen nach wie vor heraus. Komplizierte ISO-Vorschriften, unterschiedliche Qualitätsmaßstäbe und kritische Konsumenten stellen hohe Ansprüche. Trotz zahlloser Leitlinien zur Berichterstattung fehlt oft die zentrale Schaltstelle für ein konsequentes Nachhaltigkeitsmanagement.

Mit ihrem Sustainability Tool for Assessment and Reporting (STAR) hat die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik ein komfortables und gleichzeitig in der Handhabung anwenderfreundliches Werkzeug entwickelt.Nachhaltigkeit zielorientiert und effizient umzusetzen fordert Unternehmen nach wie vor heraus. Komplizierte ISO-Vorschriften, unterschiedliche Qualitätsmaßstäbe und kritische Konsumenten stellen hohe Ansprüche. Trotz zahlloser Leitlinien zur Berichterstattung fehlt oft die zentrale Schaltstelle für ein konsequentes Nachhaltigkeitsmanagement.

Mit ihrem Sustainability Tool for Assessment and Reporting (STAR) hat die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik ein komfortables und gleichzeitig in der Handhabung anwenderfreundliches Werkzeug entwickelt.Das CSE-STAR erhebt, misst, bewertet und berichtet den Status Quo und die Entwicklung der Nachhaltigkeit im Unternehmen. Die Leistungen werden komprimiert, transparent und Erfolge einfach kommunizierbar.

Das CSE-STAR

• begleitet Unternehmen von den ersten Schritten bis zur Zertifizierung ihrer Nachhaltigkeit

• macht Nachhaltigkeitsleistungen greifbar durch eine praxisorientierte Gliederung

• bietet verständliche Arbietsabläufe durch verständliche Sprache

• sorgt für sicheres Datenmanagement und jährliche Erfolgskontrolle

• unterstützt bei der Einführung eines Qualitätsmanagements nach ISO 14001:2015

Nachhaltigkeitsmanagement, -bericht und -zertifizierung aus einem Guß

Nachhaltigkeit bleibt ein Prozess. Das STAR unterstützt bei den ersten Schritten wie etwa der Einführung eines Umweltmanagements oder dem Anlegen eines QM-Handbuches. Jederzeit kann aus den Eingaben zu den einzelnen Kriterien ein  Nachhaltigkeitsbericht generiert werden, ergänzt durch eine anschauliche grafische Darstellung – natürlich in Sternform.

CSE-STAR Nachhaltigkeitsmanagement, -bericht und -zertifizierung aus einem Guß

CSE-STAR Nachhaltigkeitsmanagement, -bericht und -zertifizierung aus einem Guß

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erreicht das Unternehmen eine überdurchschnittliche Nachhaltigkeitsperformance, liegt eine Zertifizierung nahe. Das STAR führt letzendlich zum weltweit anspruchsvollsten Nachhaltigkeitsstandard: Certified Sustainable Economics (CSE).Dessen Kriterien sind die Grundlage für Prüfung und Bewertung. Das für CSE notwendige Audit wird von der Software maßgeblich vereinfacht, indem die erarbeiteten Ergebnisse direkt an die akkreditierte Zertifizierungsstelle übermittelt werden können.

Einfache Unterstützung für komplizierte Vorgaben

Weiteres Plus: Das STAR überwindet die oft komplizierte und formale Sprache vieler Verordnungen und Vorgaben. In einfacher Sprache werden die Kriterien abgefragt. Erläuternde Hinweise und Beispielvorlagen zum Herunterladen (zum Festlegen des Anwendungsbereichs, Checklisten für interne Audits, Vordrucke für Dokumente, Managementbewertung usw.) erleichtern die Beantwortung zusätzlich. Um den unmittelbaren Vergleich zu ermöglichen, bietet das Tool zudem Verweise zu Kriterien anderer Berichterstattungssysteme (DNK, CSR, GWÖ, GRI, GC und SDG).

Eine Bearbeitung über die STAR-Software kann von verschiedenen Personen vorgenommen und an beliebigen Punkten unterbrochen werden. Aus einer Übersicht geht später hervor, welche Fragen noch Be- oder Nacharbeitung erfordern. GfaW-Geschäftsführerin Sophie von Lilienfeld: “Wir möchten Unternehmen eine Zertifizierung so einfach wie möglich machen. Denn Nachhaltigkeitsbemühungen sollen auf keinen Fall an Verständnisproblemen und Formalien scheitern.”

 

 

BÖRLIND CSE-Kommunikation

23/09/2019: CSE bei BÖRLIND – eine Zusammenfassung

Was bedeutet CSE für ein Unternehmen und wie kann man die Komplexität der CSE-Unternehmenszertifizierung für Nachhaltigkeit an die Mitarbeiter und Stakeholder kommunizieren?

Wir waren zu Besuch bei BÖRLIND und haben dort einen Vortrag zum CSE gehalten. Herausgekommen ist eine geniale FAQ-Zusammenfassung, welche wir hier mit freundlicher Genehmigung der BÖRLIND GmbH veröffentlichen dürfen.

Die Zusammenfassung ist auch hier als Download verfügbar.

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CSE-Zertifizierung

1. Für was steht die Abkürzung CSE?

CSE steht für Certified Sustainable Economics. Dies bedeutet übersetzt „zertifiziert nachhaltiges Wirtschaften“. CSE ist ein Qualitätsstandard nachhaltiger Unternehmensführung.

2. Welche Unternehmung oder Gesellschaft vergibt das CSE-Siegel?

Das Siegel wird von der GfaW (Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik) vergeben. Die GfaW ist Standardgeber für Produktzertifizierungen und Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeitszertifizierung für Unternehmen.

Die vom CSE-Standard zugelassenen Zertifizierungs- und Kontrollstellen arbeiten gemäß ISO 17065. Die Koordination der Zertifizierung sowie die Ausstellung des Zertifikates erfolgen durch die weltweit tätige Inspektions- und Zertifizierungsstelle EcoControl GmbH. EcoControl führt neben der CSE-Zertifizierung auch Zertifizierungen für NaTrue, Demeter etc. durch.

Gleichzeitig wird auch EcoControl von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle überprüft, was deren Seriosität unterstreicht.

3. Seit wann ist BÖRLIND zertifiziert durch CSE?

Seit 2012 gehört die BÖRLIND GmbH zu den durch CSE zertifizierten Unternehmen.
Zuvor waren die Produkte der BÖRLIND GmbH mit dem EcoControl-Siegel gekennzeichnet. Diese Zertifizierung bezog sich ausschließlich auf die Produkte und die Unternehmenswerte.

4. Welche Bereiche werden durch CSE zertifiziert?

Das CSE-Siegel zeichnet nicht nur die Produkte aus. Alle Firmenaktivitäten werden gemäß den drei Säulen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, Soziales) einer fortlaufenden Kontrolle unterzogen. Von den Inhaltsstoffen über den Umgang mit Abwasser und Abfall sowie die Arbeitsbedingungen und Weiterbildungsmöglichkeiten der Mitarbeiter werden sämtliche Handlungsfelder des Unternehmens überprüft. Die Überprüfung geht über die firmeneigenen Aktivitäten hinaus und untersucht auch die Nachhaltigkeitsbestrebungen der Lieferanten. Aus diesem Grund werden die Lieferanten der BÖRLIND GmbH regelmäßig zu ihren Nachhaltigkeitsmaßnahmen befragt und angehalten diese zu optimieren.

5. Welche Kriterien hat CSE bezüglich der Inhaltsstoffe für Naturkosmetik?

Die gängigen Naturkosmetik-Siegel wie BDIH etc. bestätigen, dass das Kosmetikprodukt auf Basis natürlicher Inhaltsstoffe entwickelt wurde. Hierbei gibt es jedoch Unterschiede bei den Siegeln in Bezug auf die zugelassenen Inhaltsstoffe. So erlauben manche Siegel den Einsatz von tierischen Inhaltsstoffen wie Karmin oder Seide, wogegen sich die BÖRLIND GmbH ausspricht. Diese Unterschiede stellen die Einordnung in die Kategorie „Naturkosmetik“ nicht in Frage. Auch CSE hat Kriterien bezüglich der Inhaltsstoffe von Naturkosmetik festgelegt. So müssen mindestens 75% der hergestellten Masse einem der gängigen NaturkosmetikStandards entsprechen. Auch dürfen in keinem Produkt gentechnisch veränderte oder Stoffe mit petrochemischen Anteilen enthalten sein. Es müssen bevorzugt Stoffe aus bio-zertifiziertem Anbau oder aus Wildsammlungen eingesetzt werden. Dies gibt die Grundanforderungen an Naturkosmetik wieder.

6. Wie oft muss ein Unternehmen die CSE-Zertifizierung durchlaufen?

Einmal pro Jahr erfolgt ein Audit durch die Inspektions- und Zertifizierungsstelle EcoControl. Bei diesem Audit wird nicht nur überprüft, ob die vorgegebenen Nachhaltigkeits-Standards eingehalten werden, sondern auch ob sich das Unternehmen weiterentwickelt hat. Die im Vorjahr angegebenen Verbesserungsmaßnahmen müssen umgesetzt worden sein. Des Weiteren ist das Unternehmen verpflichtet, sich Nachhaltigkeits-Ziele für das Folgejahr zu setzen und diese nachweislich einzuhalten.

7. Was sind die Vorteile von CSE?

Das CSE-Siegel zeichnet Unternehmen samt ihrer Produkte als nachhaltig aus. Endverbraucher finden das CSE-Siegel auf den Produkten von ANNEMARIE BÖRLIND. Somit kann am Produkt erkannt werden, dass dies von einem zertifiziert nachhaltigen Unternehmen stammt. Mit der Zertifizierung wird die Nachhaltigkeit nicht nur gelebt, sondern durch ein unabhängiges Institut geprüft und bestätigt. Dies schafft Transparenz gegenüber den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

CSE geht weit über übliche Naturkosmetik- und Nachhaltigkeits-Darstellungen hinaus. Die CSE-Richtlinien geben vor, dass nicht nur die Produkte, sondern das ganze Unternehmen und dessen Aktivitäten jährlich überprüft werden. Hierbei gilt es die jeweiligen CSE-Anforderungen zu 100 Prozent zu erfüllen. Darüber hinaus ist für den erneuten Erhalt des Siegels nicht nur die Erfüllung des Standards Voraussetzung, sondern eine ständige Weiterentwicklung im Bereich Nachhaltigkeit.

Das CSE-Siegel wurde von www.label-online.de, der Verbraucher Initiative e.V. (Bundesverband) als „besonders empfehlenswert“ eingestuft. Geprüft wurden Anspruch, Unabhängigkeit, Kontrolle und Transparenz.

8. Was sind die Nachteile von CSE?

Der Nachteil von CSE liegt in der geringen Bekanntheit des Siegels. Das liegt unter anderem daran, dass bisher nur wenige Unternehmen dieses Siegel tragen, da die Richtlinien für den Erhalt des CSE-Siegels sehr streng sind.

9. Ist CSE eine international anerkannte Zertifizierung?

Das CSE-Siegel ist international anerkannt. Die BÖRLIND GmbH erhält das Zertifikat sowohl in Englisch als auch in weiteren Sprachen.

10. Welche anderen Unternehmen tragen das CSE-Siegel?

Bisher sind 10 europäische Unternehmen mit dem CSE-Nachhaltigkeitssiegel ausgezeichnet. Darunter der Wasch- und Reinigungsmittel-Hersteller Sonett sowie die Kosmetikmarke Farfalla. Auch ein Landschaftsarchitekt sowie eine Unternehmensberatung sind zertifiziert.

11. Ist DADO SENS DERMACOSMETICS auch CSE-zertifiziert?

Die Zertifizierung durch CSE bezieht sich sowohl auf die BÖRLIND GmbH mit der Marke ANNEMARIE BÖRLIND – Natural Beauty als auch auf die DADO-cosmed GmbH mit der Marke DADO SENS DERMACOSMETICS.

12. Möchte BÖRLIND sich in Zukunft zusätzlich mit gängigen Siegeln wie NATRUE oder COSMOS zertifizieren lassen?

Eine Vielzahl der Börlind-Produkte entsprechen den Richtlinien der neuform oder sind BDIH- oder NCS-zertifiziert. Dies ist auch erforderlich, um den CSE-Richtlinien zu entsprechen. Diese verlangen, dass mindestens 75% der hergestellten Produktmasse einem für die Branche existierenden Produktstandard (NaTrue, COSMOS, BDIH, Ecocert, Soil Association, Cosmébio, ICADA, demeter, naturland, Vivaness 2011, VO über Naturkosmetik gemäß Österreichischen Lebensmittelbuchs, NCS) entsprechen. Jedoch verzichtet das Unternehmen bewusst auf eine Auslobung der Produktzertifizierung, da sie das CSE-Siegel als höheren Wert ansieht.

13. Ist ANNEMARIE BÖRLIND durch das CSE-Siegel zertifizierte Naturkosmetik?

Der Begriff „Naturkosmetik“ ist gesetzlich nicht geschützt. Aus diesem Grund bedienen sich die Hersteller von Naturkosmetik-Siegeln wie COSMOS, NaTrue, Ecocert etc. Besetzt ist der Begriff „zertifizierte Naturkosmetik“ von Naturkosmetik-Standards, die sich im Groben auf folgende Richtlinien geeinigt haben: Die Produkte sind frei von Erdölderivaten, PEGs, Silikonen, Mikroplastik und Parabenen. Dies gilt selbstverständlich auch für die Produkte der BÖRLIND GmbH. Für die BÖRLIND GmbH geht der Begriff „Naturkosmetik“ über den Fokus auf die Produkte hinaus. Naturkosmetik bedeutet nicht nur auf die Inhaltsstoffe zu achten, sondern auf das gesamte Unternehmen und dessen sozio-ökologische Grundhaltung. Daher sind die Produkte der BÖRLIND GmbH nachhaltig zertifizierte Naturkosmetik nach CSE.

14. Unternimmt die BÖRLIND GmbH weitere Aktivitäten im Sinne der Nachhaltigkeit?

Die nachhaltigen Aktivitäten der BÖRLIND GmbH übersteigen die Richtlinien von CSE. So wird jährlich ein Corporate Carbon Footprint erstellt. Dieser CO2-Ausstoß wird vom Unternehmen durch die Investition in ein Projekt zur Aufbereitung des Trinkwassers in Kambodscha kompensiert. Mithilfe des Projekts können Wasserfilter eingesetzt werden, die das Schlagen von Feuerholz für das Abkochen des Wassers erübrigen. Somit ist die BÖRLIND GmbH klimaneutral. Zudem engagiert sich das Unternehmen in zahlreichen anderen sozio-ökologischen Projekten. Hierbei liegt der Fokus auf Projekten, die im Zusammenhang mit den Kosmetikprodukten stehen. Hieraus sind Engagements wie Jojobaöl aus Namibia, Aloe vera aus Guatemala oder Rosenkirschöl aus Nepal entstanden. Ebenfalls ist die BÖRLIND GmbH Mitglied im FONAP (Forum Nachhaltiges Palmöl). Dieses versucht den Einsatz von 100% nachhaltigem Palm(kern)öl in allen Branchen zu etablieren.