GfaW Biofach/Vivaness

04/12/17: Vivaness/Biofach – GfaW leitet Diskussionsrunde zu nachhaltigem Konsum

Wir freuen uns sehr, unsere Diskussionsrunde zum Thema „Förderung nachhaltiger Kaufentscheidungen – eine lösungsorientierte Diskussionsrunde“ bei der Biofach 2018 anzukündigen.
In der Diskussionsrunde geht es um die Frage, wie Verbraucher als mündige Entscheider zu nachhaltigen Kaufentscheidungen geführt werden können. Was braucht es aus Sicht von Herstellern, der Wissenschaft, aus Sicht des Verbandes Unternehmensgrün, eines Marktforschungsinstitutes und aus Sicht des Fachhandels.
Hochkarätige Experten aus allen Bereichen werden diese spannende Frage diskutieren, unter anderem freuen wir uns auf Dr. Katharina Reuter vom Verband UnternehmensGrün sowie Elke Röder, Geschäftsführerin vom BNN.
Auch dieses Jahr ist die GfaW mit eigenem Stand auf der Vivaness vertreten. Wir freuen uns Sie wiederzusehen und neu kennenzulernen. Für Terminvereinbarungen, schreiben Sie uns eine E-Mail.
Nachhaltige Wirtschaft feiert

29/11/17: Für mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft – starke Unternehmen feiern in Berlin

Wirtschaft „anders denken“ macht richtig Spaß. Dies zeigten nicht nur die beeindruckenden Start-ups am letzten Donnerstag in Berlin. Auch immer mehr große Unternehmen legen dar, dass es auch anders geht. Ob nun lokale Delikatessen, nachhaltige Filmproduktion oder klimaneutrales Bier, mit ihren Ideen und Unternehmen verändern Menschen die Welt!

Anlässlich des 25. Jubiläums von UnternehmensGrün feiert die GfaW gemeinsam mit vielen weiteren Unternehmern die Erfolge des Verbandes. UnternehmensGrün setzt sich für ein verantwortungsvolles Wirtschaften ein. Es geht um wichtige Themen wie wahre Preise von Produkten, eine nachhaltige Landwirtschaft, erneuerbare Energien und viele weitere Stellschrauben für eine grüne Wirtschaft. Diese Themen müssen überparteilich Gehör finden, da insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen mit ökologischen Interessen nicht in Lobbys vertreten sind.

Die Veranstaltung zeigte, dass grüne Unternehmen vom Verband bestens vertreten werden. Wir erhalten endlich eine Stimme bei politischen Vertretern in der BRD und EU. Auch vor unkonventionellen Themen, wie dem Bedingungslosen Grundeinkommen scheut der junge, dynamische Verband nicht zurück. Wir sind begeistert vom Engagement von UnternehmensGrün und freuen uns, schon im dritten Jahr Mitglied zu sein.

Für Unternehmer, die eine CSE-Zertifizierung noch nicht erreichen können, empfehlen wir den Beitritt in den Verband. Der Austausch zwischen den Mitgliedern gibt neue Inspiration und jede/jeder kann zu einem Thema eine Arbeitsgruppe bilden.

So wird auch die GfaW im kommenden Jahr mit einem Kreis innerhalb des Verbandes zusammenrufen, der sich mit den „wahren Preisen“ einer nachhaltigen Wirtschaft beschäftigt. Angeregt durch die Aktivitäten von Christian Hiß (Buch: Richtig rechnen! Durch die Reform der Finanzbuchhaltung zur ökologisch-ökonomischen Wende, oekom Verlag) geht es in dem Kreis um das entwickeln einer alternativen Finanzbuchhaltung. Die GfaW will durch diese Arbeitsgruppe einen Beitrag leisten. Es sollen wahre Zahlen ermittelt und in der alternativen Buchhaltung verwendet werden können.

Bei Interesse an diesem Thema können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen.

vegane Produktsiegel für Naturkosmetik und Naturprodukte (NCS und NCP)

27/11/17: Vegan is(s)t nicht nur sichtbar – neues Vegan-Siegel für Alltagsprodukte und Naturkosmetik

Veganer schlendern suchend durch den Einkaufsladen und greifen zielgerichtet nach veganen Produkten. Zahlreiche Vegan-Siegel gibt es bereits auf dem Markt. Insbesondere im Bereich Lebensmittel haben sich die Labels etabliert und dienen Verbrauchern als vertrauensvolle Orientierung.

Als erster Anbieter auf dem Markt hat die GfaW die Produktzertifizierungen NCP und NCS nun auch mit dem Qualitätsmerkmal „vegan“ ausgestattet. Durch den Nature-Care-Product-Standard und den Natural-Cosmetics-Standard können Herstellen ab sofort ihre non-food Produkte für die vegane Klientel sichtbar machen. Ob es der Teddy für den kleinen Liebling ist, das Düngemittel für den ökologischen Garten oder das Lieblings-Waschmittel – Veganer können sich ab sofort schneller orientieren.

Mit dem NCP-vegan und NCS-vegan greifen sie dabei nicht nur zu einem veganen Produkt. Die beiden Produktzertifizierungen erfüllen ebenso die hohen Ansprüche im Bezug Umwelt und Nachhaltigkeit, unter Anderem:

  • kein Mikroplastik
  • keine Tierversuche (außer gesetzlich verpflichtende)
  • keine Gentechnik

Der vegane Lebensstil ist äußerst resourcenschonend und tierfreundlich und es ist sehr erfreulich, dass schon fast eine Million Menschen in der BRD auf rein pflanzliche Kost und vegane Produktalternativen zurückgreifen.

CSE-Unternehmen-Börlind-erhält-erneut-Auszeichnung.

17/11/17: „Beitrag zur Gesundung der Erde“ – ANNEMARIE BÖRLIND erhält erneut eine Auszeichnung

Herzlichen Glückwunsch Börlind!

Eine unabhängige Jury hat mit Hilfe eines einzigartigen dreistufigen Bewertungsverfahrens erneut das CSE-Unternehmen BÖRLIND mit dem GREEN BRANDS  Gütesiegel ausgezeichnet.

Wir freuen uns sehr, dass Euer großes Engagement für die Schonung der Umwelt und den fairen Umgang mit Menschen auf der ganzen Welt auf diese Weise honoriert wird.

„Der schonende Umgang mit Ressourcen ist bei Börlind kein Slogan sondern gelebtes Prinzip. Jedes Produkt entsteht mit einem Höchstmaß an ökologischer und sozialer Verantwortung. Durch den gezielten Einkauf pflanzlicher Rohstoffe werden zahlreiche Fair-Trade-Projekte mit ökologischen Anbaumethoden sowie Umweltprojekte unterstützt. Das weltweite Engagement beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Rohstoffgewinnung. Ebenso werden Bildungsprojekte und andere karitative Programme unterstützt – um auch in punkto Mensch nachhaltig zu sein. Das Unternehmen versucht einen Beitrag zur Gesundung der Erde und für eine Welt, die auch kommenden Generationen eine lebenswerte Zukunft ermöglicht, zu leisten.“

„Seit Jahren erfüllt die Börlind GmbH den Nachhaltigkeitsstandard „Certified Sustainable Economics“. Sämtliche Produkte der Marken ANNEMARIE BÖRLIND Natural Beauty und DADO SENS Dermacosmetics tragen das CSE-Siegel. Es steht für eine verantwortliche ökologische, sozial integrierte und qualitätsorientierte Unternehmensführung. Die Einhaltung der strengen CSE-Richtlinien trugen abermals zur positiven Bewertung durch die GREEN BRANDS Organisation bei.“

Gesamte Pressemeldung: https://www.presseportal.de/pm/109254/3790619

3. Nachhaltigkeitskongress der ZIRP – unser Resümee

Was sagen Unternehmensvertreter und die Politik zu unserem Lieblingsthema: Nachhaltigkeit in Unternehmen? Wo sind die Chancen, wo treten Schwierigkeiten auf? Wir besuchten am letzten Donnerstag den Nachhaltigkeitskongress der ZIRP ZukunftsInitiative Rheinland Pfalz „Investition & Return: Mehrwert durch Nachhaltigkeit„, um unser Bild zu vervollständigen.

Der O-Ton eines großen Konzerns und des Mittelstandes: Nachhaltigkeit muss sich wirtschaftlich lohnen. Leider war bei den Diskussionen wenig davon die Rede, für wen sich Nachhaltigkeit außerdem lohnt. Eine umfassende Bewertung der langfristigen Effekte nachhaltigen Wirtschaftens für Gesellschaft und den Planeten haben wir in der Diskussion weitgehend vermisst.

Insbesondere kleinere Unternehmen haben die Befürchtung aufgrund kleinerer finanzieller Spielräume die Anforderungen nicht erfüllen zu können – dies müssen sie langfristig jedoch tun: Als Zulieferer der großen Konzerne, die sich wiederum immer mehr an die politischen Forderungen nach Nachhaltigkeit anpassen müssen, werden auch „die Kleinen“ immer mehr Standards erfüllen müssen.

Unsere CSE-Unternehmen sind hier natürlich gedanklich schon viel weiter. Sie haben verstanden, dass Nachhaltigkeit und ein gesundes Unternehmen zwei Seiten der gleichen Medaille sind. Diese Denkweise muss unserer Meinung nach noch mehr in die Nachhaltigkeitsdebatte von Unternehmen und Politik Einzug halten. Nachhaltigkeit darf nicht zum lästigen „Pflichtthema“ bei Unternehmern werden.

Ein CSE-Kongress mit unseren CSE-Pionieren, anderen Nachhaltigkeitsperformern und -interessenten sowie politischen Vertretern ist anzudenken, somit könnte die Nachhaltigkeitsdebatte sicherlich bereichert werden.

Bild: Podiumsdiskussion mit der Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Dr. Dirk Voeste (BASF), Christian Schwarz (Zschimmer & Schwarz)

CSE geprüft und zertifiziert

Zertifizierte Nachhaltigkeit jetzt branchenübergreifend

CSE-Standard für Handel und Dienstleistungen erweitert

Mit der Ausweitung ihres Standards „Certified Sustainable Economics“ (CSE) setzt die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik (GfaW) einen Meilenstein im Bereich der Zertifizierung von Nachhaltigkeitsleistungen. Neben reinen Produktionsunternehmen können durch eine Weiterentwicklung des Labels nun auch Handels- und Dienstleistungsbetriebe das anspruchsvolle Siegel nutzen und auf diese Weise ihre Vorreiterrolle manifestieren. CSE wächst damit zum einzigen unabhängigen, branchenübergreifenden Nachhaltigkeits-Standard der Republik und stellt ein verlässliches Qualitätskennzeichen für Verbraucher dar.

Die stetige qualitative Weiterentwicklung orientiert am aktuellen Stand des Wissens ist von jeher Grundlage des insofern dynamischen Standards. Jährlich werden in der Arbeitsgruppe „Lebendige Nachhaltigkeit“, einem Gremium aus Pionieren der einzelnen Branchen, Wissenschaftlern und Zertifizierungsstellen, die Kriterien überprüft und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und rechtlichen Anforderungen angeglichen. Längst ist etwa das Einhalten der ISO 14001 Teil der Zertifizierung und ganz aktuell als Sozialklausel z.B. eine Begrenzung der Lohnschere innerhalb des Unternehmens.

Im Zuge der Erweiterung wurden innovative Vertreter aus den Bereichen Handel und Dienstleistungen mit in die Arbeitsgruppe „Lebendige Nachhaltigkeit“ aufgenommen. Sie gewährleisten das hohe Niveau des CSE-Siegels in Anlehnung an die „Best Practice“ ihrer Branchen.

Verbraucher profitieren insbesondere von dem umfassenden Charakter des Labels, das weit über reine Produktzertifizierungen hinaus das Nachhaltigkeits-Engagement des ganzen Unternehmens erfasst. Pseudo-Image und Greenwashing haben unter CSE keine Chance.

Stellungnahme der GfaW zum Regierungsentwurf Dt. Nachhaltigkeitsstrategie

Stellungnahme zum Regierungsentwurf der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie vom 31. Mai 2016

Bad Sooden-Allendorf, den 28.07.2016

Die GfaW Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik begrüßt die Absicht der Bundesregierung, ihre Nachhaltigkeitsstrategie fortzuentwickeln, um ihren Beitrag zum Erreichen der Sustainability Development Goals der Agenda 2030 zu leisten.

Als wesentlichen Schritt zu einem partizipatorischen Demokratieverständnis bewertet die GfaW zudem das Einbeziehen der Öffentlichkeit in diesen Prozess durch die Möglichkeit von Stellungnahmen und hofft, dass über diese Anregungen hinaus für Nachhaltigkeit engagierte Verbände, Institutionen und Initiativen konsequent in die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie eingebunden werden. Aus unserer Sicht steigen die Erfolgsaussichten zur Lösung der globalen Probleme mit der Beteiligung möglichst vieler Akteure.

In seinen konkreten Lösungsansätzen bleibt der Strategie-Entwurf aus Sicht der GfaW weit hinter bestehenden Möglichkeiten zurück. Auch wenn verständlich ist, dass die Bundesregierung ihre eigenen Initiativen im öffentlichen Sektor hervorheben möchte, fehlt uns stärkeres Engagement zur Nutzung des großen bestehenden Potenzials im Bereich privatwirtschaftlichen Handelns. Zahlreiche nachhaltig wirtschaftende Akteure gehen bereits beispielhafte Wege und bewegen sich mit ihrer Wirtschaftsweise auf höchstmöglichem Niveau.

Die GfaW empfiehlt deshalb dringend eine Bestandsaufnahme dieser Best-Practice-Initiativen, die bereits durch die Auszeichnungen der Werkstatt-N und andere hervorgehoben werden. Um den aktuellen Stand des Wissens und den Status Quo in Sachen Nachhaltigkeit zu erheben, unterstützen wir ebenso ausdrücklich das vom Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung angeregte Anlegen eines öffentlichen Registers aller bestehenden Nachhaltigkeits-Siegel, -Label und -Kriterien sowie deren sachkundige Bewertung.

Im Detail rät die GfaW zu folgenden Maßnahmen die unterschiedlichen Ziele betreffend:

  1. Ziel 2 „Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.“Die Förderung von Forschung und Entwicklung ökologischer Landbewirtschaftung ist begrüßenswert, aber nicht hinreichend. 20 % Ökolandbau sind bereits lange erklärtes Ziel der Bundesregierung. Eine zunehmende Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln wird allerdings nicht allein über Forschung und Aufklärung erreicht, sondern mehr als ergänzend durch politische Rahmengebung. Längst ist eine Gesetzgebung überfällig, die eine Vollkostenrechnung in der Landwirtschaft gewährleistet, damit nicht weiterhin interne Kosten in hohem Maß externalisiert werden können. Dieser Marktnachteil ökologischer Anbieter ist angesichts der gegenwärtigen Ausbeutung von Boden und Wasser sowie der Verschwendung und Vernichtung weiterer natürlicher Ressourcen nicht duldbar.
  2. Ziel 8. „Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern“Das Wirtschaftswachstum (gemessen am BIP) als Indikator für Lebensqualität ist überholt. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von anderen, treffenderen Ansätzen und Methoden Wohlstand zu messen. Die GfaW empfiehlt differenzierte Wohlstandsindikatoren zu nutzen, wie Gesundheit, Zufriedenheit, Sicherheit etc.Die Erfahrungen aus dem Textilsektor hinsichtlich der globalen Lieferketten auf weitere Produktionswege zu übertragen ist ein sinnvoller erster Schritt. Doch reicht es nicht aus, sich auf einen medienwirksamen Ausschnitt zu konzentrieren. In anderen Bereichen herrschen ähnliche oder schlimmere Arbeitsbedingungen. Und es bleibt das grundsätzliche Problem: Wachstumsorientierung hierzulande funktioniert offensichtlich nur auf Kosten derer am Anfang der Lieferkette. Auch hier werden Folgen externalisiert. Deshalb: Reduktion und selbst Suffizienz dürfen keine verbotenen Orientierungen bleiben. Wohlstand im umfassenden Sinn ist nur sehr bedingt eine materielle Errungenschaft.
  3. Ziel 12 „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.“Hier treten die genannten Begriffe notwendig in den Vordergrund: Wirklich nachhaltiges Wirtschaften schreckt vor Reduktion oder gar Suffizienz nicht zurück. Vielmehr ist die Frage nach dem „Ob“ und „Wie wenig“ der Ausgangspunkt nachhaltigen Denkens. Nachhaltiges Wirtschaften baut auf der Frage von Sinn und Nutzen auf und behält seinen Fokus darauf.
    Um Nachhaltigkeit schließlich zu honorieren, ist notwendig, sie verlässlich und eindeutig erkennbar zu machen. In dieser Absicht unterstützt die GfaW die Bemühungen der Bundesregierung, klare Zeichen zu setzen. Eine Möglichkeit Qualitätsmaßstäbe zu transportieren sind entsprechende Siegel. Hier liegt großes Potenzial darin, neben dem berühmten Umweltengel und anderen gesetzlichen Standardzeichen die bestehenden anspruchsvollen freiwilligen Umwelt-, Sozial- und insbesondere Nachhaltigkeitssiegel anzuerkennen, zu publizieren und zu nutzen.
    Eine wichtige Initiative in diese Richtung ist das von der Bundesregierung eingerichtete Online-Portal „Siegelklarheit“. Durch eine angemessene und anspruchsvolle Bewertung bestehender Qualitäts-Label wird an dieser Stelle für Konsumenten Transparenz und Orientierungsmöglichkeit geschaffen. Das Portal sollte ausgebaut, kontinuierlich aktualisiert und mit ausreichender Expertise aus dem Spektrum bestehender Institutionen und Initiativen ausgestattet werden – auch, um eine Verwässerung der dort maßgeblichen Nachhaltigkeitskriterien zu vermeiden. Explizit setzt sich die GfaW für ein hohes Niveau bei der Bewertung derjenigen Siegel ein, die letztendlich empfohlen werden. Dabei sollten insbesondere Standards Verwendung finden, die noch deutlich über die Anforderungen des Umweltengels hinaus gehen (Siegel der Anbauverbände, ökologische Produkt- und andere Bio-Siegel, CSE Certified Sustainable Economics usw. – siehe auch www.labelonline.de).Ein weiterer sehr wirksamer Schritt Richtung Nachhaltigkeit dürfte die öffentliche Förderung einer Umstellung sein. Angelehnt an die Umstellungsförderung im ökologischen Landbau kann eine etwa 3jährige Unterstützung Unternehmen ohne Zweifel helfen, Produktionsweisen und Strukturen umzustellen und eine Zertifizierung zu durchlaufen. Bereits eine staatliche Beteiligung an den Kontrollkosten dürfte die Bereitschaft zu einer Nachhaltigkeitszertifizierung erheblich steigern. Vor dem Hintergrund, dass wenig nachhaltig wirtschaftende Unternehmen nach wie vor ihre Kosten auf die Gesamtgesellschaft abwälzen, macht eine öffentliche Unterstützung gemeinwohlorientierter Unternehmen volkswirtschaftlich mehr als Sinn.

CSE erhält Auszeichnung vom deutschen Nachhaltigkeitsrat

Rat für Nachhaltige Entwicklung zeichnet Label der GfaW aus

Certified Sustainable Economics (CSE), das Nachhaltigkeits-Siegel der
Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik (GfaW), ist vom Nachhaltigkeitsrat
der Bundesregierung mit dem Qualitätslabel „Werkstatt N-Projekt 2016“
ausgezeichnet worden. Unter 380 Bewerbungen hat sich das Startup aus
Nordhessen in die Reihe der Preisträger eingliedern können.
Die Auszeichnung honoriert das Engagement der GfaW für Standards und
Verbraucherschutz im Bereich von Nachhaltigkeit durch das CSE-Siegel. Das
bereits von der Verbraucherinitiative als einziges umfassendes und unabhängiges
Label hervorgehobene Projekt zeichnet sich durch seinen konsequenten
Qualitätsanspruch und den explizit dynamischen Charakter aus.
In mehreren Arbeitsgruppen für unterschiedliche Wirtschaftsbereiche wird CSE
von den „Pionieren der Nachhaltigkeit“ aus Ökonomie und Wissenschaft beständig
weiter entwickelt und am aktuell höchstmöglichen Niveau nachhaltigen
Wirtschaftens ausgerichtet.
GfaW-Gründerin Sophie von Lilienfeld-Toal begrüßt insbesondere die öffentliche
Wirkung des Nachhaltigkeits-Preis: „Mit der Auszeichnung erhält unser Bestreben
um prüfbar nachhaltiges Wirtschaften einen weiteren Schub ins Bewusstsein von
Unternehmen und Verbrauchern. Dafür sind wir als Idealisten besonders dankbar.“

CSE integriert Umweltnorm

Nachhaltigkeitszertifizierung auf ISO Norm 14001 aktualisiert

Der aktuelle Entwurf zur Revision der EG-Öko-VO beinhaltet die Aufnahme einer Zertifizierung nach der ISO Norm 14001 – besser bekannt als Umweltnorm. Auch wenn die Veränderungen noch nicht beschlossen sind, ist sehr wahrscheinlich, dass eine entsprechende Verpflichtung in die Verordnung eingehen wird.
Die Nachhaltigkeitszertifizierung CSE (Certified Sustainable Economics) wurde deshalb schon jetzt so überarbeitet, dass sie die Umweltnorm vollständig mit integriert.

Neben EMAS etabliert sich CSE damit als Zertifizierung, die mit ihrem Nachhaltigkeitsanspruch allerdings weit über die ISO Norm 14001 hinaus geht. Das Siegel berücksichtigt zusätzlich die beiden weiteren Säulen der Nachhaltigkeit: Soziales und Ökonomie. Sie versteht sich analog, harmonisierend und ergänzend zu vorhandenen Instrumenten der Darstellung von Nachhaltigkeitsleistungen wie GRI, Deutscher Nachhaltigkeitskodex, SA8000 und Fair Trade.
In seinem umfassenden Anspruch eignet sich CSE insofern für die gesamte Öko-Branche.